Gregorian - Masters Of Chant Chapter V - Cover
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Gregorian Masters Of Chant Chapter V


  • Label: Edel Records
  • Laufzeit: 73 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Was wissen wir über den gregorianischen Choral? Er wurde im frühen Mittelalter eingeführt, verwendet die Kirchentonarten dorisch, phrygisch, lydisch, mixolydisch, äolisch, ionisch (und deren plagale Modi) und wird einstimmig, lateinisch, ohne Begleitung und von Männern vorgetragen. Zudem handelt es sich bei der Lyrik des Chorals um ausschließlich gottesfürchtige Themen. Kurzum: Die Gregorian-Reihe, die von Frank Peterson ins Leben gerufen wurde, hat so gut wie gar nichts mit dem Mönchsgesang aus dem Mittelalter zu tun, außer dass die umgemodelten Pop- bzw. Rocksongs in die Kirchentonarten transkribiert werden um auch von der gregorianischen Boyband wiedergegeben werden zu können.

Schließlich handelt es sich bei den ausgewählten Tracks eher selten um sakrale Themen, eine musikalische Begleitung, die seit dem vierten Teil wesentlich rockiger ausfällt, ist ebenfalls zur Stelle und hin und wieder schleicht sich eine zarte Frauenstimme ein, die natürlich für den einzelnen Song dienlich sein muss. Nach über 20 Gold- und Platinauszeichnungen über den Erdball verteilt lacht auch niemand mehr über das Konzept und ärgert sich es nicht selbst versucht zu haben, was beim ersten Teil aus dem Jahre 1999 für angezogene Mundwinkel sorgte als „Nothing else matters“ oder „Losing my religion“ neu interpretiert wurde.

Die fünfte Episode wartet unter anderem mit Fassungen von „Boulevard of broken dreams“ (Green Day), „The Unforgiven“ (Metallica), „Comfortably numb“ (Pink Floyd), „Silent lucidity“ (Queensryche), „Heroes“ (David Bowie) und „Lady in black“ (Uriah Heep) auf und zeigt ein weiteres Mal auf erstaunliche Art und Weise wie gut sich diese Klassiker der Popgeschichte für derartiges Kirchengeträllere eignen. Trotzdem schafft es keiner der Songs wirklich an das Original heranzukommen, die Versionen stellen aber mitunter interessante Fassungen dar, die z.B. im Falle von „Boulevard of broken dreams“ bei hartgesottenen Punks zu hämischem Grinsen führen könnte. Für Besitzer der bisherigen vier Teile eine sichere Bank, ansonsten nur Hardcore-Entspannungsfetischisten zu empfehlen.

Anspieltipps:

  • Heroes
  • The Unforgiven
  • Send Me An Angel
  • Boulevard Of Broken Dreams
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