Saxon - The Eagle Has Landed Part III - Cover
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Saxon The Eagle Has Landed Part III


  • Label: Steamhammer/SPV
  • Laufzeit: 132 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Zum dritten Mal landet der angelsächsische Adler, den die Fans „Biff´s budgie“ (Biffs Wellensittich) getauft haben, also schon und gemessen an Angebot und Nachfrage war es abzusehen, dass in nächster Zeit die Veröffentlichung dieses Werkes bevorstehen würde, denn nachdem Bill Byford, seines Zeichens Sänger von Saxon, den Prozess um die Namensrechte für sich entschieden und somit gegen den Ex-Gitarristen Graham Oliver gewonnen hat, haben nicht nur die langjährigen Anhänger der Zukunft zuversichtlich entgegen geblickt, sondern auch die aus Yorkshire stammende Truppe. Daraus resultierte das kompromisslose, letzte Werk „Lionheart“, das bereits 2004 veröffentlicht, zusammen mit einigen Re-Releases aus dem Backkatalog Mitte Februar diesen Jahres eine hübsche Special-Edition erhielt.

Nach Teil 1 der bisherigen Live-Trilogie, der nach den ersten vier Studio-Outputs 1982 erschien und 10 Stücke aus den Alben „Wheels of steel“, „Strong arm of the law“ (beide 1980) und „Denim and leather“ (1981, das selbstbetitelte Debüt wurde ausgespart) aufwies und dem Nachfolger von 1996, der über eine breitere Songauswahl verfügen konnte und eine weitläufigere Tracklist mit 17 Songs beinhaltete, erscheint nun „The eagle has landed“ Nummer 3 und beherbergt, rein von den Eckdaten her, ein Angebot, das für den potentiellen Käufer sehr verlockend scheint. Bei näherer Betrachtung bzw. einem Hördurchgang verblasst der bemerkenswerte Umfang von 32 Songs mit über 2 Stunden Laufzeit äußerst schnell, denn mit einer Veröffentlichung aus diesem Jahr hat dieses Doppel-CD-Paket nur annähernd etwas zu tun. Allem voran ist der Klang und die Abmischung der Instrumente untereinander bei gut der Hälfte der Songs für eine Produktion aus 2006 regelrecht miserabel und klingt wie mit einem stationären Mikrophon aufgenommen, bei dem die gesonderte Aussteuerung und Nachbesserung der Instrumente nicht gegeben ist bzw. nicht gegeben sein kann.

Dadurch wird vor allem das Schlagzeug sehr stiefmütterlich behandelt und ertönt nicht selten nur dumpf und ohne dem nötigen Druck aus den Boxen. Das fällt vor allem bei den Aufnahmen der zweiten CD auf, die sich größtenteils an das letzte Werk halten. Wer „Lionheart“ in vollen Zügen genießen will sollte auf eines der Konzerte gehen und lautstark nach seinen Lieblingssongs verlangen oder einfach die Studiofassung zu Rate ziehen. Eine weitere ärgerliche Begebenheit sind die Saxon-Rufe des Publikums, die ihre Idole gebührend feiern wollen. Allerdings wirkt es nach einiger Zeit so, als ob diese Fan-Chöre absichtlich mit Copy & Paste bei einigen Songs ans Ende angefügt wurden um gewollt Stimmung zu erzeugen. Oder wer schreit mehrere Sekunden vor Schluss (meistens zwecks Zugabe) mit zig anderen den Namen der gerade auftretenden Band, wenn diese noch nicht daran denken von der Bühne zu verschwinden? So kommt bei dieser Platte leider keine Live-Atmosphäre auf und der gut gemeinte Querschnitt, der sich auf CD 1 bis zur Platte „Crusader“ (1984) erstreckt und auf der zweiten das frischere Material in Angriff nimmt, wird zum Trauerspiel. Warten wir eben bis der Adler ein viertes Mal landet. Dann hoffentlich mit einer angemessenen Produktion auf den Schwingen.

Anspieltipps:

  • Crusader
  • Frozen Rainbow
  • Wheels Of Steel
  • Unleash The Beast
  • To Hell And Back Again
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