Sick Of It All - Death To Tyrants - Cover
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Sick Of It All Death To Tyrants


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 34 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Von der frühen New Yorker Hardcore Szene sind nicht mehr viele Bands übrig. Einige wenige kämpfen noch erbittert um Aufmerksamkeit, wollen mit ihren Songs und Alben aufrütteln, der Gesellschaft die Missstände vorführen, Politiker anschwärzen und das ohnehin in ihren Augen durch und durch korrupte System an den Pranger stellen. Zu dieser auf ein paar Bands geschrumpften Gruppe gehören neben Agnostic Front und Biohazard (die sich allerdings aller Voraussicht nach nach der Veröffentlichung einer DVD 2006 aus dem Business verabschieden werden) Sick Of It All, denen selbst nach mehr als 20 Jahren noch genügend Dinge mächtig auf den Arsch gehen.

Wie mit allen anderen ist auch ihre kommerzielle Hochphase seit längerer Zeit vorbei, obwohl der neunte Output „Death to tyrants“ von Lou Koller (Gesang), Pete Koller (Gitarre), Armand Majidi (Schlagzeug) und Craig Setari (Bass) weit mehr ist als ein Werk einer alternden Band, die Hardcore spielt um ein bisschen Taschengeld zu verdienen, sondern der siechenden Erscheinung des Nu-Metal die lange Nase zeigt, was krachende Riffs, aggressives Shouting und die Darbietung mitreißender Hymnen betrifft. Aufgenommen wurde das Ganze im Atomic Studio von Dean Baltulonis (Most Precious Blood, Give Up The Ghost) und wie Schlagzeuger Majidi erklärt, beschäftigen sich „viele der Songs aufgrund unserer hoffnungsloser gewordenen Sicht der Dinge mit Politik. Aber wir hoffen immer noch, dass unsere persönlichen Erfahrungen, Philosophien und Gefühlslagen unsere Fans erreichen.“

„Death to tyrants“ mag zwar nur etwas über eine halbe Stunde Laufzeit besitzen, die sich aus 15 Songs mit einer Länge zwischen dreißig Sekunden und maximal 3 Minuten zusammensetzt, aber diese Tracks haben es mit wenigen Ausnahmen, die einen uninspirierten Schema-F Aufbau mit herkömmlichen und somit durchschnittlichen Hardcore-Standards vorweisen, in sich. Der Rest holzt alles nieder, egal ob mit Kollers Organ, einer mächtigen Gitarrenwand oder dem druckvoll abgemischten Schlagzeug. Ab dem zehnten Durchgang sind dann außerdem die Parolen in den einzelnen Stücken ausgemacht und werden auch dementsprechend lauthals mitgegrölt. Somit bleibt zumindest für die Fangemeinde alles im grünen Bereich, selbst wenn Sick Of It All alles und jeden (vor allem die Politiker) zum Kotzen finden.

Anspieltipps:

  • Leader
  • The Reason
  • Uprising Nation
  • Maria White Trash
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