Radio 4 - Enemies Like This - Cover
Große Ansicht

Radio 4 Enemies Like This


  • Label: Astralwerk/EMI
  • Laufzeit: 42 Minuten
Artikel teilen:
5/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Anthony Roman (Bass, Gesang), Dave Milone (Gitarre, Gesang), Gerard Garone (Gitarre, Keyboards), P.J. O'Connor (Percussions, Gesang) und Greg Collins (Schlagzeug) formen die New Yorker Band Radio 4, welche im Jahr 2000 mit der Low-Budget Produktion "The New Song And Dance" zum ersten Mal Gehör findet. Die Alben „Gotham“ (2002) und „Stealing Of A Nation“ (2004) steigern den Bekanntheitsgrad auch in Deutschland und offenbaren einen ambitionierten Stilmix aus der Wut des Punk und eindringlichen Dance-Kollagen, welche stets groovig in Richtung Ohrwurm tendieren, ohne jedoch auf kompletter Albumlänge für Begeisterung zu sorgen. Dafür tanzen Radio 4 einfach auf zu vielen Hochzeiten, ohne auch nur einen konsequenten Weg zu gehen, an dem man sich orientieren könnte. Ein wenig Reggae da, Dance dort und Rockmusik als Fundament zelebrieren die ewigen Newcomer auch auf dem neuen Werk „Enemies Like This“.

Wohlgesonnen legt man nun also das Stückchen Stilmix ein und siehe da: Es drängen sich einige prächtige Songs als aufmerksamkeitserregende Schönheit auf, die vorerst entzückt. Der Opener „Enemies Like This“ ist gut, klingt allerdings verdächtig nach einem aufdringlichen Hinhörer zum Anfang, damit man diese positiven Gefühle bis zum Ende der Scheibe in sich trägt. Drums, die holprig und doch zielsicher den Song vorantreiben und schnittige Gitarren in bester Wave-Rock Manier vereinen sich mit Bassläufen aus dem Joy Division-Fundus und dem wenig aussagekräftigen, jedoch nett räudigen Gesang. Soweit, so gut. Denn der unter dem Strich mitreißende Auftakt wird im Vergleich zum harmlosen, im oft kopierten, beatlastigen Britrock-Gewand steckenden „Packing Things Up On The Scene“ als Verhängnis gewertet müssen, da die Ernüchterung schnell Einzug hält.

Dafür holt „Too Much To Ask For“ zumindest in Sachen Dynamik die Kastanien aus dem Feuer und weist mit beherztem, sofort in die Beine gehendem Nachdruck gen Tanzfläche. Großartiger, flirrender Gitarrensound und gar brasilianisch anmutende Percussions tun ihr übriges, um mit dem Track die Indieclubs zu stürmen. Vollmundig brasilianisch geht es im interessanten „This Is Not A Test“ zur Sache. Sambaparaden scheinen den Fünfer nicht unwesentlich beeinflusst zu haben, auch wenn im weiteren Verlauf des Songs die Gitarren zwischen südamerikanischer Glückseligkeit aufopfernd für melancholische Untertöne sorgen.

Einige, an Catchyness kaum zu überbietende Hits lassen jedoch nicht die zunehmende Langeweile verschmerzen, die mit jedem Hördurchgang präsenter wird. Die Kombination aus Dance, Rock und Einsprengseln aus Dub, Reggae sowie Ska ist eben nicht automatisch die Offenbarung. Eine rote Linie, die ein Album und dessen durchaus zu bejahende, vielschichtigen Einflüsse zusammenhält, ist nur fragmentarisch auszumachen. An der für einen Longplayer unabdingbaren Gesamtheit fehlt es „Enemies Like This“, weshalb es trotz netter, eindringlicher Partykracher („Enemies Like This“, „Too Much To Ask For“, „Always A Target“) und dem entspannten Reggae-Entwurf mit orientalischer Note namens „Ascension Street“ nicht über die Durchschnittswertung hinaus kommt.

Anspieltipps:

  • Ascension Street
  • Always A Target
  • Too Much To Ask For
Neue Kritiken im Genre „Rock“
9/10

News Of The World (40th Anniversary Edition)
  • 2017    
8/10

Automatic For The People (25th Anniversary Edition)
  • 2017    
Diskutiere über „Radio 4“
comments powered by Disqus