Sondre Lerche - Duper Sessions - Cover
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Sondre Lerche Duper Sessions


  • Label: Virgin/EMI
  • Laufzeit: 42 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

In seiner norwegischen Heimat kennt ihn jedes Kind. Bei uns ist der 24jährige Singer/Songwriter Sondre Lerche dagegen noch weitgehend unbekannt, obwohl seine zwei bisherigen Alben „Faces Down“ (2002) und „Two Way Monologue“ (2004) herausragende Kritiken in der Presse bekamen. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Lerches musikalische Einflüsse reichen von der Jazzmusik eines Cole Porter, über Singer/Songwriter wie Jeff Buckley, bis hin zur Popmusik der Beach Boys. Und so ist er durchaus geneigt, auf seinen Alben immer etwas Neues auszuprobieren.

Als nächstes wollte Sondre Lerche ein Rockalbum aufnehmen. Doch die Arbeiten dazu verzögerten sich um ein halbes Jahr und alles kam ganz anders. Er schnappte sich die Musiker seines „The Faces Down Quartet“ (Erik Halvorsen am Piano, Morten Skage am Bass, Kato Adland an der Gitarre und Ole Ludvig Krüger am Schlagzeug) und spielte im Herbst 2005 in den Duper Studios in Bergen 13 Songs für ein swingendes Jazz-Popalbum ein. Ganz nach dem Motto „einfach drauflos spielen und nicht soviel nachdenken“ entstanden in relativ kurzer Zeit zehn neue Songs und drei Coverversionen.

Es geht los mit dem wunderschönen Gute-Laune-Swing „Everyone’s rooting for you“, gefolgt vom charmanten Slow-Pop-Tune „Minor detail“. „The curse of being in love“ war ursprünglich für das geplante Rockalbum gedacht. Doch dann hat Sondre Lerche den Titel umarrangiert und in einen luftig leichten Popsong verwandelt. Dann wird es Zeit für das erste Cover. „Night an day” (Cole Porter) gehört seit frühester Jugend zu den Lieblingsliedern von Sondre Lerche. Aber was er daraus macht, ist wirklich stark. Lerche verändert den Rhythmus leicht und begleitet sich dazu auf der E-Gitarre.

Ebenso schön sind das etwas verschlafen vor sich hin schlurfende „Once in a while“ und der Klassiker „The more I see you“ aus der Feder von Mack Gorden und Harry Warren, den schon Nat King Cole und Nina Simone interpretierten. Deren große Stimme geht Herrn Lerche zwar etwas ab, aber das macht er durch Charme und Hingabe wieder wett. So zu hören im munteren „(I wanna) call it love“ und bei der dritten und letzten Coverversion: „Nightingales“ von Prefab Sprout. Dazu gesellen sich mit dem bluesigen „(You knocked me) off my feet“ und „Dead end mystery“ zwei bittersüße Pianoballaden mit Pedal-Steel-Gitarren-Begleitung. Lerches Gesang driftet dabei in ungewohnte Falsetthöhen ab, was den Songs aber sehr gut steht.

Der kleine Norweger und sein Faces Down Quartet liefern mit den „Duper Sessions“ ein überraschendes Album ab. Er bedient sich zum Glück nicht an der prallen Masse unzähliger Jazzklassiker, sondern liefert eigene Songs ab, die ihn nicht als Pseudo-Crooner zeigen. Diese Überraschung ist dem Superstar aus Bergen in der Tat gelungen!

Anspieltipps:

  • Dead end mystery
  • I'm not from here
  • Everyone’s rooting for you
  • (You knocked me) off my feet
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