Saves The Day - Sound The Alarm - Cover
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Saves The Day Sound The Alarm


  • Label: Vagrant Records
  • Laufzeit: 35 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Schon bevor Saves The Day die Highschool beendet haben, kommt ihr Debüt „Can´t Slow Down“ (1998) heraus. Produzent Steve Evetts (Dillinger Escape Plan, Lifetime, Sepultura) nimmt sich der jungen Band aus New Jersey an und geht zusammen mit ihnen den Weg, der als so genannter Emo-Punk auch Europa erreichen sollte. Doch was hier nur Eingeweihten bekannt war und immer noch ist, hat in den USA ganz andere Potenziale. So auch Saves The Day, welche bereits als Teenager endlose Tourneen hinter sich haben und als Helden gefeiert werden. Ein Jahr nach dem heute noch als Referenz dienenden Emopunk-Meisterwerk der authentischen Sorte „Through Being Cool“ (2001) wunderte man sich nicht unwesentlich, als „Stay What You Are“ deutlich differenziertere Wege nahm und gar einen Hauch Singer/Songwriting-Ästhetik zwischen die ruhiger agierenden Punkausflüge geriet. Neben dem ähnlich gelagerten „In Reverie“ aus 2004 erschien die Songsammlung „Ups & Downs“, die wiederholt bestätigt, was Saves The Day ausmacht: Punkrock mit gefühlsintensiver Betonung und dem Blick nach vorn.

Eher erdig und solide rockend liegt nun das neue Werk mit dem Titel „Sound The Alarm“ vor. Was im ersten Hördurchlauf noch wenig beeindruckt und mit bratenden Gitarren die Rock´n Roll-Highschool gerade mal absolviert, formt sich mit der Zeit zu einem energischen Statement für die Bewegung im Geiste, wobei die Beine genau so wenig still stehen können. Chris Conley (Gesang, Gitarre), David Soloway (Gitarre), Peter Parada (Schlagzeug) und Manny Carrero (Bass) überzeugen mit dem Opener „Head For The Hills“, welcher sogar ein abschließendes Gitarrensolo vorweist und mit Rhythmuswechsel für hohe Spannung sorgt. „The End“ macht genau so wie „Bones“ mit rasantem Tempo und unnachahmlicher Punk-Geste klar, dass Saves The Day nicht für immer die sonnengetränkten Zweifler der Anfangstage sind und räudig Turbulenzen hervorrufen, die sich für unkomplizierte Zwei-Minüter nicht zu schade sind – auch ohne Lederjacke und Sonnenbrille.

Leichte Entwarnung gibt es bei „Eulogy“ zu vermelden. Ein guter Song mit schönen Gitarrenhooks und Groove im Herzen, doch das Feuer der ersten Songs fehlt hier leider. „Say You´ll Never Leave“ gleicht die aufkommende Ernüchterung locker aus und schielt mit einem Auge in Richtung der ersten beiden Alben der Amerikaner. Bodenständiger Rock, der Flirts mit der allerorten zu erhaschenden Punkmentalität nicht auslässt und gerade ob seiner Bodenständigkeit und der sich einbrennenden Essenz für das Licht im Plattenschrank empfiehlt. Während die Arrangements der früheren Scheiben noch relativ glatt waren, greift man hier zu erdiger Rockmusik, die den Weitblick hat, um nicht im stumpfen Einheitsbrei zu ersticken. Folglich ist es in schnittigen 35 Minuten ein Kinderspiel den Sack zuzumachen und endlich wieder konsequent Hits für die Indie-Kommune zu schneidern, an denen es so mancher Emo-Kapelle auf ihren späteren Alben gefehlt hat. Da ist man schon dankbar, dass das hohe Niveau durchgehend bestehen bleibt und, obwohl wahre Klassiker sicher anders klingen, komplett überzeugt die Repeat-Funktion bedient.

Anspieltipps:

  • Say You´ll Never Leave
  • Don´t Know Why
  • The End
  • Bones
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