Absentee - Schmotime - Cover
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Absentee Schmotime


  • Label: Cooperative/V2
  • Laufzeit: 41 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach drei Singles und dem 6-Track-Album „Donkey Stock“ (2005), legt das Londoner Quintett Absentee seinen ersten Longplayer „Schmotime” vor. Der aufstrebende Newcomer präsentiert darauf süßliche Indie-Popsongs, die vom Wechselspiel aus Dan Michaelson versoffener Baritonstimme, die an Brad Roberts von den Crash Test Dummies erinnert, und Melinda Bronsteins kindlich verspielten Gesang, lebt. Produziert wurde „Schmotime“ vom zurzeit sehr angesagten James Ford, der schon mit den Arctic Monkey, Test Icicles und Mystery Jets arbeitete. Vervollständigt wird das Absentee-Line-up von Jon Chandler (Drums), Lawrence Earlitzer (Bass) und Babak Ganjei (Gitarre)

In England haben Asentee bereits großes Kritikerlob einheimsen können und stehen spätestens seit „Donkey Stock“ auf der Hype-Liste des NME. Warum dies so ist, verraten einige Tracks auf „Schmotime“ – aber bei weitem nicht alle! Die genialen Momente des Albums sind etwa dann, wenn Dan Michaelson wie ein Bär grummelt und brummelt und die Band dazu völlig gegensätzliche Töne anschlägt, ja fast schon fröhlich klingt („More troubles“). Oder wenn in „We should never have children” am Anfang ganz zart das Gitarrenthema von David Bowies „Heroes” auflodert und im Refrain ein Kinderchor auftritt, während der Text politisch unkorrekt mit einem hässlichen Paar abrechnet. Der Höhepunkt kommt sogar erst kurz vor Ende, wenn das von Bläserriffs, 80s Keyboards und Arctic-Monkeys-Gitarren befeuerte „Something to bang“ aus den Lautsprechern rockt. Wirklich stark!

Diese spritzigen Einfälle heben Absentee tatsächlich von der breiten Masse der „Next Big Things“ ab. Im Laufe des Album geht dem Quintett jedoch ein wenig die Luft aus. Dann werden die Stücke beliebiger („You try sober“, „Weasel“, „Treacle“) und verlieren sich in seichtem Schunkelpop („There’s a body in a car somewhere“), Pseudo-Countrymusik („Truth is stranger than fishin’“) und dissonanten Balladen („Duck train“). Das ist umso trauriger, weil Absentee besonders bei den ersten vier Songs beweisen, dass sie eine ganze Menge drauf haben. So bleibt es leider nur bei einer durchschnittlichen Leistung.

Anspieltipps:

  • Getaway
  • Hey tramp
  • More troubles
  • Something to bang
  • We should never have children
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