She Wants Revenge - She Wants Revenge - Cover
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She Wants Revenge She Wants Revenge


  • Label: Geffen/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 65 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Wieder mal leistet die MySpace-Gemeinde ganze Arbeit und sorgt auf Basis einer Hand voll MP3-Files für einen Hype der Extraklasse. Die Auserwählten des Monats heißen „She Wants Revenge“ und werden verkörpert durch zwei Herren, die sich schon seit den späten 80er Jahren kennen. Namentlich sind dies Justin Warfield (Gesang, Gitarre, Computer), unter anderem bekannt durch Kooperationen mit Placebo, Cornershop und den Chemical Brothers, sowie Adam „DJ 12“ Bravin (Keyboard, Bass, Percussion), der in der Szene von Los Angeles angeblich einen sehr guten Namen als Remixer und DJ hat. Auf der vorliegenden Scheibe arbeiten sie nach langer Zeit wieder mal zusammen.

Auf Empfehlung von Fred Durst (Limp Bizkit) hat das Duo einen Vertrag bei Geffen Records bekommen, die das 80s-orientierte Wave-Pop-Album Ende Januar 2006 in den USA auf den Markt brachten. Mit der inzwischen üblich gewordenen Verspätung ist nun auch das alte Europa dran und darf sich einen eigenen Eindruck von den 14 Songs machen, die einen musikalischen Bogen von Joy Division, über David Bowie und Depeche Mode bis hin zu Interpol schlagen. Doch bedauerlicherweise ist die Musik nicht halb so attraktiv wie die leichtbekleidete Dame, die das Cover von „She Wants Revenge“ ziert, und künstlerisch ganz weit weg von den Großtaten der genannten Sound- und Stil-Verwandten.

Die Jungs aus San Fernando Valley geben sich auf ihrem Debüt düster, synthetisch und unnahbar. Die steril-unterkühlten Songs wabern wenig abwechslungsreich wie durch Nebelschwaden eines New Yorker Keller-Clubs, ohne dass der Hörer eine Chance hat, mit den Stücken warm zu werden. Um so mehr verwundert es, wenn Justin Warfield mit folgenden Worten zitiert wird: „Wir wollten einfach eine Platte machen, welche die Mädchen zum Tanzen oder zum Weinen bewegt. Nicht in einer manipulativen oder bösartigen Art und Weise. Aber es ist nun mal die höchste Ehre, wenn die Leute zu deiner Musik sich aussuchen können, ob sie weinen, tanzen oder Sex haben wollen.“

Mit dieser Einschätzung dürfte der Gute so weit von der Realität entfernt sein, wie die Erde vom Mars. Denn mit dieser erschreckend langweiligen Platte wird er bei niemanden auch nur eine Gefühlsregung hervorrufen. Die Songsammlung ist nämlich dermaßen belanglos, dass man sich noch nicht mal darüber ärgern kann. Also gar nicht erst vom reißerischen Cover verleiten lassen. Mit so einer Grütze werden She Wants Revenge ganz schnell wieder verschwunden sein.

Anspieltipps:

  • Us
  • These things
  • I don’t wanna fall in love
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