Ronan Keating - Bring You Home - Cover
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Ronan Keating Bring You Home


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 49 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Obwohl Ronan Keating erst 29 Jahre alt ist, gehört er im Pop-Biz zu den alten Hasen. Seine Karriere begann Mitte der 90er Jahre als Mitglied der Boygroup Boyzone, mit der er 16 Top-5-Singles in England landen konnte – darunter sechs Nummer-1-Hits. 1999 begann er seine Solokarriere, in der er bis jetzt drei Studioalben herausbrachte. Das vorerst letzte hieß „Turn It On“ (09/2003) und knüpfte nahtlos an die Erfolge der Vorgänger an. Insgesamt stehen in Keatings Musikerlaufbahn inzwischen über 20 Millionen verkaufte Tonträger zu Buche. Damit gehört er zur absoluten Topstarriege in Europa.

Nachdem der Ire weite Teile von 2005 und die ersten Monate von 2006 mit den Arbeiten an seinem neuen Album „Bring You Home“ verbrachte, und damit soviel Zeit wie noch nie in eine Platte investierte, steht das Album nun in den Läden. Produziert wurde es von Mark Taylor (Britney Spears, Nick Carter, Jennifer Lopez, Cher). Und natürlich schrieben an den 12 Songs wieder jede Menge Top-Leute mit, darunter auch Gregg Alexander (The New Radicals, Sophie Ellis-Bextor, Melanie C.).

Stilistisch ist sich Ronan Keating auch auf Album Nummer vier treu geblieben. Er lebt seine Erfolgsformel ganz unverblümt aus und zelebriert balladesken Radiopop mit einer zentimeterdicken Zuckerschicht aus Streichern und akustischen Instrumenten. Allerdings übertreibt es der gute Herr Keating diesmal ganz gehörig, indem er ein reines Balladenalbum vorlegt, das soviel Esprit wie ein Kaffeekränzchen im Altersheim versprüht. Ausnahme: Der peinliche Pseudo-Dance-Track „Back in the backseat“, der wie ein aus Versehen nicht gelöschtes Experiment aus dem Balladenhaufen herausragt.

Ob Zufall oder Konzept sei einmal dahingestellt, aber mit so einer Platte tut sich der Ire keinen Gefallen. Viel mehr reiht sich Ronan Keating mit diesen Songs in eine Reihe mit Rod Stewart, Bryan Adams und Jon Bon Jovi ein, die außer ein paar Breitwand-Balladen kompositorisch nichts mehr drauf zu haben scheinen. Da ist es dann auch kein Wunder, wenn bei Stücken wie „Superman” plötzlich die Harmonien von Bon Jovis „I’ll be there for you” durchklingen oder abgenudelte Stücke wie der „Goo Goo Dolls“-Hit „Iris“ gecovert – und auch noch als Single ausgekoppelt – werden.

Ja, Ronan Keating ist wirklich schon ein alter Hase im Musikgeschäft. Mit „Bring You Home“ sieht er jetzt auch entsprechend alt aus. Denn eine gänzlich unspannende Platte wie diese ist fast schon dreist.

Anspieltipps:

  • Superman
  • Friends in time
  • Bring you home
  • It’s so easy lovin’you
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