Janet Jackson - 20 Y.O. - Cover
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Janet Jackson 20 Y.O.


  • Label: Virgin/EMI
  • Laufzeit: 50 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Vielleicht hilft ja noch ein kleines Skandälchen, um die Absatzzahlen anzukurbeln.

Vor 20 Jahren begann die musikalische Laufbahn von Janet Jackson so richtig. Nach zwei grottigen Alben in den frühen Achtzigern, bei denen Vater Joe Jackson noch den Daumen des Managers draufhielt, um neben Sohn Michael einen zweiten antiseptischen Popstar heranzuzüchten, ging die Karriere der inzwischen 40-Jährigen so richtig steil. Ihr gelang der Durchbruch mit dem 1986er Album „Control“, dem richtungsweisende Werke wie „Rhythm Nation 1814“ (1989) und „Janet“ (1993) folgten. Danach begann ein quälend langsamer Abstieg in der Qualität ihrer Alben, der in dem Superflop „Damita Jo“ (2004) gipfelte.

Janet lebte ihr sexuelles Coming Out in der Öffentlichkeit aus und versorgte ihre Hörer – ob sie wollten oder nicht – mit erotischen Phantasien und Schlafzimmergeschichten. Auf „The Velvet Rope“ (1997) war diese neue Janet noch ganz erträglich. Aber auf „All For You“ (2001) und besonders „Damita Jo“ wurde am Ende nur noch lyrischer und musikalischer Sondermüll aus schmachtenden Betthupferl-R&B-Liedchen abgesondert. Das war selbst der peinlich berührten Plattenfirma zuviel, die das Werk recht schnell nicht mehr promotete und kommerziell an die Wand fuhr.

Für 2006 ist Wiedergutmachung angesagt. Mit „20 Y.O.“, das sich auf Janets tatsächlichen Karrierestart vor 20 Jahren bezieht, und einer neuen Produktionsmannschaft – Lebensgefährte Jermaine Dupri löst das Erfolgsteam Kimmy Jam und Terry Lewis weitgehend ab – will Frau Jackson verlorenen Boden gutmachen. Das Konzept dazu fällt denkbar einfach aus: Mit Elementen aus der erfolgreichen Vergangenheit und den frischen Beats von Jermaine Dupri, wird eine groovige R&B-Mischung angerührt, die Gott sei Dank von übermäßigem Gestöhne á la „Damita Jo“ verschont bleibt. Ganz lösen kann sich die Gute von dem Quatsch aber nicht (u.a. „Take care“), denn – sorry! – die Jacksons hatten ja schon immer einen an der Klatsche.

Am besten funktioniert das neue Konzept bei Songs wie „Enjoy“, „Daybreak“, „Call on me“ und „With u“, das an den Hit „Let’s wait a while“ anknüpft. Die Homogenität eines „Janet“-Albums oder die übersprudelnden Ideen auf „Rhythm Nation 1814“ werden aber nicht erreicht. Dafür gibt es einen komischen Prince-Verschnitt („Love 2 love“) und ziemlich viel Füllmaterial. Aber besser als die vorherigen Alben ist „20 Y.O.“ allemal. Und vielleicht hilft ja noch so ein kleines Skandälchen, die Absatzzahlen anzukurbeln. Wann ist eigentlich der nächste Super Bowl?

Anspieltipps:

  • Enjoy
  • With u
  • This body
  • Call on me
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