Tobias Regner - Straight - Cover
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Tobias Regner Straight


  • Label: Hansa/SonyBMG
  • Laufzeit: 48 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Bündel Songs von diversen Erfolgs-Songwritern.

„Ein Tribut an verflossene Lieben“ - so könnte der Titel des Debütalbums von DSDS-Gewinner Tobias Regner auch lauten. Tatsächlich heißt das Album des 23-Jährigen, das sich zu zwei Dritteln mit dem Thema gescheiterte Beziehungen beschäftig, jedoch „Straight“ - ein eigenartiger Titel. Denn nach all den Groupie-Geschichten hatte wohl kaum jemand Zweifel an der sexuellen Orientierung des neuen „Superstars“ aus dem oberbayrischen Teisendorf. Übersetzt man „Straight“ allerdings als „geradlinig“, ergibt der Titel nach dem Anhören schon einen gewissen Sinn: Besonders abwechslungsreich ist das Erstlingswerk nicht. Balladesker Poprock, angereichert mit schrammeligen Gitarren und druckvollen Drums – das ist die grobe Richtung fast jedes Songs. Doch bei der niedrigen Erwartungshaltung, die man an das Album eines Künstlers aus der Retorte richtet, macht „Straight“ doch einen ganz guten Eindruck:

Der Opener „She’s So“ ist definitiv ein Ohrwurm-Kandidat im Stil von „Three Doors Down“ und neben „I Still Burn“ der stärkste Track des Albums. Krachende Gitarren, wie bei „My One Mistake“ oder „Another Second Chance“ erinnern entfernt an Tobias’ Lieblingsband Metallica. Wie bei Nickelback, die Tobias „persönlich sehr gut gefallen“, ist auch bei Herrn Regner nicht am Weichspüler gespart worden: „I know“ hört sich anfangs auch noch ganz okay an, bevor der Titel in die Niederungen weinerlicher Floskeltexte abdriftet (You crossed my way like an angel comes on earth … You’re from heaven sent). Auch bei „In Your Hands“ vermisst Tobias Regner mal wieder irgendeine Frau, wobei die Klavierparts stark in Richtung Evanescence gehen.

Was ein echter Rocker sein will, hat es sich natürlich nicht nehmen lassen, auch ein paar selbst geschrieben Songs aufs Album zu manövrieren. Das akustisch arrangierte „Singular“ wirkt in seiner Einfachheit erfrischend ehrlich und zeigt genau wie „All My Life“ und „My First Time“ gute Ansätze, die zwar ausgefeilt werden müssen, aber durchaus Lust auf mehr machen. Weitere Songs wurden von Erfolgs-Songwritern wie Desmond Child („Homeless Heart“), aus dessen Feder Hits von Kiss und Aerosmith stammen, und Max Martin („Hologram“, Zusammenarbeit u.a. mit Bryan Adams, Kelly Clarkson, Backstreet Boys) beigesteuert.

Sollte „Straight“ genauso einschlagen, wie die Single „I Still Burn“, die in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf Platz eins in die Charts einstieg, darf man auf ein Nachfolge-Album gespannt sein: Seit zwei Jahren wurde keine Single in einer Woche so häufig verkauft. Bei Album Nummer zwei hat Tobias vielleicht auch mehr Zeit, mal selbst in die Saiten zu greifen: „Ehrlich gesagt hatte ich während der Produktion überhaupt nicht daran gedacht, selbst zur Gitarre zu greifen“, gesteht er, „in Zukunft werde mich aber ganz bestimmt auch mit meinem Instrument einbringen.“ Ob aber dann noch jemand zuhört, wenn die DSDS- und BILD- Maschinerie nicht mehr für Publicity ohne Ende sorgt, ist eine andere Frage. Tobias jedenfalls ist nach seinen Erfahrungen bei DSDS zuversichtlich gestimmt: „Wenn ich eins hier gelernt habe dann, dass es sich lohnt zu träumen.“

Anspieltipps:

  • I Still Burn
  • She’s So
  • Singular
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