Machinemade God - The Infinity Complex - Cover
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Machinemade God The Infinity Complex


  • Label: Metal Blade/SPV
  • Laufzeit: 43 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

An dem Bastard aus krachendem Hardcore und druckvollem Metal namens Metalcore kommt man dieser Tage einfach nicht vorbei – vor allem in Deutschland, wo in letzter Zeit dermaßen viele Genre-Neulinge aus dem Boden gesprossen sind, wie die sprichwörtlichen Pilze. Machinemade God ist ebenfalls eine dieser Bands, gegründet 2003 im Rhein-Ruhr-Gebiet und nun Mistreiter an der Seite von Caliban, God Forbid, Heaven Shall Burn, Cataract, Born From Pain und As I Lay Dying, mit denen sie auch schon die Bühne teilten.

Die Mitglieder Flo Velten (Gesang), Holger Kiparski (Gitarre), Sky Hoff (Gitarre), Sven Luppus (Bass) und Max Kotzmann (Schlagzeug) verstehen es mächtig auf den Putz zu hauen und den eigentlichen Song, trotz Tempo 280, nicht aus den Augen zu verlieren, wie es bei so manch anderen Vertretern dieser Sparte der Fall ist. Schon der Opener „Teeth vs. Curb“ (welch hübscher Titel) hält sich nicht mit langem Intro-Geplänkel auf und zischt sofort mit durchgeschnittenen Bremsleitungen aus den Boxen.

Gleich danach kommt „Losses to lessons“ mit einem derart stimmigen Mörderbrett um die Ecke, dass einem nichts anderes übrig bleibt, als der Entzückung durch die Zertrümmerung irgendeines Gegenstandes in nächster Nähe freien Lauf zu lassen und wenn es in „Bleeding from within“ kurz vor Ende noch einmal richtig zur Sache geht, bleibt selbst der Kopf nicht mehr verschont und bewegt sich (sofern er nicht schon ohnehin gemütlich hin und her schaukelte) so schnell wie es zumutbar ist horizontal auf- und abwärts (manche nennen das dann „Headbanging“), bis „Downpour of emptiness“ angestimmt wird.

Nach weiteren Ausbrüchen dieser Art, erfährt der durch die körperliche Anstrengung verschwitzte Hörer eine kalte und sanfte Dusche mit dem wunderbaren Instrumentaltrack „Butterfly coma“, bevor „Your own fault“ nach allen Regeln der Kunst wieder an Fahrt aufnimmt und losstürmt. Die letzten paar Stücke werden etwas beliebig, das stört nach der starken ersten Hälfte womöglich nur den mittlerweile (durch den Lautstärkepegel) genervten Nachbarn, der mit anhören muss, wie ein weiteres Mal „Losses to lessons“ angespielt wird.

Somit schafft es „The infinity complex“ zwar nicht ganz über die komplette Dauer zu überzeugen und den Spannungsfluss aufrecht zu erhalten, beinhaltet aber dennoch eine ganze Reihe von abwechslungsreichen Tracks, die immer und immer wieder zum Abreagieren oder Headbangen herangezogen werden können oder sich prima für nervige Nachbarn eignen.

Anspieltipps:

  • Butterfly Coma
  • Losses To Lessons
  • Bleeding From Within
  • Kiss Me Now Kill Me Later
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