Shining Fury - Another Life - Cover
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Shining Fury Another Life


  • Label: Metal Blade/SPV
  • Laufzeit: 52 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Shining Fury aus Italien zählen sich selbst zur Sparte des „Power Metal“, diesem Genre, bei dem sich beim Anhören ohne großes Zutun das Bild des Sängers in den Hinterkopf projiziert, wie er breitbeinig auf einer Bühne steht, lächelt, das Mikro stilvoll in der einen Hand, die andere auf die Menge richtet und im Hintergrund kloppen die anderen Mitglieder der Band wie belämmert auf ihre Instrumente ein, um ebenfalls ausreichend Zuspruch und Applaus seitens der Fans für ihre Künste zu bekommen, wie der charismatische Typ ganz vorne.

Ob das in Wirklichkeit bei Shining Fury so praktiziert wird, ist jetzt nicht Sinn dieser Kritik, aber bereits erwähntes, klischeebehaftetes Bild erscheint nun mal nach den ersten Sekunden von „Another life“ (Opener und zugleich Titeltrack), wenn Francesco Neretti in bester Schlagermanier solo und inbrünstig „Rise up from your pain, because you are born, born to be free“ jault und das Schlagzeug ohne Ankündigung durch ein Saiteninstrument losbricht und in irrem, aber auch monotonem, Tempo den Song bestreitet.

Dummerweise ändert sich daran die ersten drei Tracks gar nichts, sodass „The haunting“ die erste richtige Verschnaufpause (vor allem für den Drummer) und wohltuende Erholung für das in Anspruch genommene Hörorgan darstellt. Währenddessen aus den Boxen das im Refrain geradezu balladeske „Together“ erklingt, befällt einen das Gefühl, dass die Songs auf „Another life“ ohne das geschwindigkeitsrekordbrechende Schlagzeug und gelegentlich hastig gespielte Akkorde ganz normales Rockgut sind, die prinzipiell nicht sonderlich Neues zu Tage fördern. Wegen kurzen und prägnanten Instrumental-Zwischenspielen, die meistens zu Beginn eines Stückes erklingen, aber hauptsächlich durch den Text und vor allem einiger „Mitsing“-Passagen werden die neun neuen Songs von Francesco Tonazzini (Gitarre), Ross Lukather (Schlagzeug), Francesco Neretti (Gesang), Federico Accardo (Gitarre) und Andrea Bartoletti (Bass) unterschieden, was für eine positive Wertung einfach zu wenig ist.

Wie auf dem Vorgänger und Debüt „Last sunrise“ aus 2004, findet man auch auf dem sukzessiven Werk eine Coverversion eines bekanntes Klassikers. Das letzte Mal musste „Rosanna“ von Toto herhalten und jetzt wurde „Highway star“ von Deep Purple neu interpretiert. Dass die neue Fassung gegen das Original, genauer gesagt einem Klassiker der Rockgeschichte oder um es anders auszudrücken gegen einen Wirbelsturm der Stärke sieben antritt und selbst nur ein schlechtes Abziehbild darstellt und den Hörer auch dementsprechend unbeeindruckt zurücklässt, war komischerweise schon beim Lesen der Trackliste klar. Na ja, wenigstens haben es die Jungs versucht.

Anspieltipps:

  • Together
  • Fast & Easy
  • Dr Jekyll & Mr Hyde
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