Chicago - XXX - Cover
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Chicago XXX


  • Label: Rhino/Warner Bros.
  • Laufzeit: 57 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Auf dem Warner-Label Rhino Records – Heimat für rüstige Rentner wie Queensryche, Grateful Dead und The Doors – erscheint dieser Tage das Album einer Band, die das letzte Mal vor gefühlten 100 Jahren in Erscheinung trat: Chicago. Tatsächlich war die achtköpfige Softrockband, die ihre Alben der Einfachheit halber durchnumeriert, für einige Jahre von der Bildfläche verschwunden. Macht nichts! In den Staaten fanden die in schöner Regelmäßigkeit veröffentlichten Weihnachtsplatten und tonnenweise „Best Of“-Alben reichlich Abnehmer. Mehr als 100 Millionen verkaufte Tonträger seit 1967 sprechen eine deutliche Sprache. Das Besondere am jetzt erschienenen 30. Werk „XXX“: Es präsentiert das erste eigene Material seit dem 15 Jahre alten Album „Twenty 1“.

Das von Jay deMarcus (Rascal Flatts, East To West, Mark Lowry) produzierte Album kommt mit einem Dutzend erwachsenenorientierten (AOR) Pop-Rocksongs daher, die stilistisch an alte Band-Meilensteine wie „You’re the inspiration“, „Look away“ und „Hard to say I’m sorry“ erinnern. Also professioneller Mainstreamsound für das Radio, der durchaus anspruchsvoll ist. Und das Robert Lamm (Keyboards, Gesang), Lee Loughnane (Trompete), James Pankow (Posaune), Tris Imboden (Drums), Keith Howland (Gitarre), Walt Parazaider (Holzblasinstrumente), Bill Champlin (Keyboards, Gitarre, Gesang) und Jason Scheff (Bass, Gesang) das Komponieren nicht verlernt haben, zeigen Bombastsongs wie „King of might have been”, der die erste Single „Feel“, die gleich in zwei Versionen auf dem Album vertreten ist.

Die Songs wurden in eine warme Produktion mit einen voluminösen Sound verpackt, die sämtliche Markenzeichen aus 40 Jahren Chicago beinhalten. Da sind die tollen Bläserriffs („90 degrees and freezing“), das perlende Piano („Why can’t we“), die zurückhaltende E-Gitarre („Where were you“) und der butterweiche Harmoniegesang („Lovin’ chains“) genauso wieder anzutreffen, wie die auf Anhieb ins Ohr gehenden Melodien („Free“) und die plakativen Texte („Long lost friend“). Dass zum Beispiel einige Parts in „Why can’t we“ an den eigenen Superhit „Hard to say I’m sorry” erinnern – geschenkt! Das kann schon mal passieren. Oder war das sogar Absicht? Ein Schelm, wer Böses denkt...

Auch wenn wir es nicht gemerkt haben: Diese Band war eigentlich nie weg. Ihre Musik war in den letzten Jahren in Film („Three Kings”, „Starsky & Hutch”, „Little Nicky” „A Lot Like Love“) und Fernsehen („The Sopranos”, „Sex And The Citiy”) zu hören und ab jetzt auch wieder auf einer neuen Platte. Für AOR-Fans ein absolutes „Must have“, trotz einiger Längen und ein paar eher durchschnittlichen Titeln.

Anspieltipps:

  • Feel
  • Why can’t we
  • 90 degrees and freezing
  • King of might have been
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