Pohlmann - Zwischen Heimweh Und Fernsucht - Cover
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Pohlmann Zwischen Heimweh Und Fernsucht


  • Label: Virgin/EMI
  • Laufzeit: 45 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Die deutsche Musiklandschaft ist schon wunderlich. Plötzlich wird der Maurer Ingo Pohlmann als „deutscher Jack Johnson“ gehandelt, erscheint in jeder Musikzeitschrift des Landes und sein „Wenn jetzt Sommer wär“ ist omnipräsent. Glückwunsch zu dieser gelungenen Werbekampagne an Henning Wieland, Ex-Frontmann von den H-Blockx, denn er hat den Hamburger entdeckt. Die Plattenfirma ordnet Pohlmann zwischen amerikanischen Songwritern im Stil von Harper, Johnson, Chapman ein. Dies passt ganz gut, denn wenn im Moment jemand gehypt wird, dann ja wohl Jack Johnson. Beim ersten Hören des Albums „Zwischen Heimweh und Fernsucht“ denkt man aber eher an die frühen Platten Stoppoks als an den wilden hawaiianischen Wellensurfer – zumal Pohlmanns Musik rauer klingt.

Der 33-Jährige Hamburger spielt poppigen Folk-Rock und beschreibt seinen Sound selbst als "erdig". Dies bedeutet scheinbar, dass er keine größeren Arrangements benötigt, sondern sich und seinen Gesang in den Mittelpunkt stellt. Erdig kann man bei ihm aber auch mit „bekannt“ gleichsetzten, denn Pohlmann vertraut auf seine flockig dahingezupften Gitarre – gerade bei „Dämon“ klingt er sehr nach Jack Johnson. Zwischen all den leichten Klängen hat Pohlmann leider Inhalte vergessen – altbekannte Floskeln, oft gehörte Metaphern und wiederholende Thematiken unterhalten nur bedingt. Was fehlt, ist ein gewisser roter Faden: mal schreibt er wundervolle Stücke – meistens über die Liebe - dann wieder bewegt er sich unterhalb der lyrischen Akzeptanzlinie. Deutlich ist der qualitative Unterschied bei „Cyborg“ zu hören, neben „Der Junge ist verliebt“ textlich am schwächsten.

Pohlmanns Lieder sind größtenteils zu einfältig geraten, zu gleich. Sie sind leicht zu vergessen, da sie zu eintönig klingen. Gerade im Mittelteil der CD ist ein gewisser Gleichklang zu vernehmen. Eine Ballade nach der anderen, das langweilt auf die Dauer. Und so bleibt es doch bei dem einen (Sommer-)Hit auf dem Album, der uns aber sicherlich durch die beliebteste Jahreszeit der Deutschen begleiten wird.

Anspieltipps:

  • Dämon
  • Tut mir leid
  • Wenn jetzt Sommer wär
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