Bonfire - Double X - Cover
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Bonfire Double X


  • Label: LZ Records/SonyBMG
  • Laufzeit: 64 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Die echten Knallersongs fehlen zwar, aber Bonfire zaubern dennoch ein authentisches Achtziger-Feeling auf ihr Jubiläumsalbum.

Mensch, was waren das Zeiten. Von Mitte der 80er bis Anfang der 90er Jahre war die Hardrockband Bonfire aus dem bayerischen Ingolstadt eine richtig große Nummer in Deutschland. Es gab Goldene Schallplatten (damals noch für über 250.000 verkaufte Einheiten!), Hitsingles, Auftritte in Nordamerika und Support Shows für Judas Priest. Kurz gesagt: In der damaligen Hierarchie kamen die Jungs von Bonfire gleich nach den Scorpions.

Doch wie es im Leben nun mal so ist, steuerte die Band schnurstracks auf eine Katastrophe zu. Die Bandgründer Hans Ziller (Gitarre) und Claus Lessmann (Gesang) bekamen sich in die Wolle und verließen nacheinander die Band. Das bis dato letzte Bonfire-Album hörte auf den bezeichnenden Titel „Knock Out“ (1991). Dieser dauerte mehr als fünf Jahre an. Doch mit „Feels Like Comin’ Home“ (1996) feierte die Band ihr Comeback, dem bis heute sieben Albumveröffentlichungen folgten. Das neue Werk „Double X“ ist bereits das zehnte Studioalbum, das pünktlich zum 20. Geburtstag der Ingolstädter erscheint. Zum weiteren Line-up gehören Uwe Köhler (Bass), Jürgen Wiehler (Drums) und Chris Limburg (Gitarre).

Nach einigen Experimenten in der Vergangenheit (Southern Rock und Akustikalben), geht „Double X“ zurück zu den Wurzeln der Bayern. Mit einem Bündel melodischer Hardrocksongs im Gepäck und Claus Lessmanns Texten, die vor schwierigen Themen nicht zurückschrecken („Day 911“), aber auch ganz gerne in der Klischeekiste wühlen („Notion of love“, „Wings to fly“), greift das Quintett alte Stärken auf und macht damit das Beste, was es zu seinem Geburtstag machen konnte. Mit klar strukturiertem Riffing und eingängigen Melodien („What’s on your mind?“) bekommen dabei besonders die Fans der ersten Platten „Don’t Touch The Light“ (1986), „Fire Works“ (1987) und „Point Blank“ (1989) ihr Déjà-vu.

Wie früher gibt es nämlich die obligatorische Monumentalballade („Blink of an eye“), den straighten Rocksong („But we still rock“), einen Akustikschunkler („Hard to say“) und den knallharten Klopper („Right things right“). Und die Konkurrenz bekommt auch noch ihr Fett weg („Rap is crap!“). Gut, „Rap is crap!“ ist eigentlich ein ziemlich peinlicher Stadionrocker mit Ultra-Simpel-Refrain. Aber das gehört wohl dazu. Und wer in diesem Zusammenhang an die frühen Bon Jovi und die Scorpions denkt, der liegt auch nicht so falsch.

Die echten Knallersongs fehlen zwar auf „Double X“, aber Bonfire zaubern dennoch ein authentisches Achtziger-Feeling auf ihr Jubiläumsalbum und liefern weit über eine Stunde Hardrock aus der ersten Liga ab.

Anspieltipps:

  • Wings to fly
  • But we still rock
  • What’s on your mind?
  • Bet your bottom dollar
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