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Diverse SZ Diskothek: 1960


  • Label: Ministry Of Sound
  • Laufzeit: 55 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit einer der letzten Ausgaben der fünfzigbändigen SZ Diskothek begeben sich die Macher noch einmal ganz weit zurück in die Geschichte der Popmusik. Sky Nonhoff (Verfasser von „Don’t believe the Hype - Die meistüberschätzten Platten der Popgeschichte”, die Hassfiebel der Popbranche schlechthin) fasst sein Popjahr 1960 kurz und knapp auf acht Seiten zusammen. Er berichtet von den samtigen Klängen professioneller Schnulz- und Schlockmeister vom Schlage Frankie Avalons, Paul Ankas, Bobby Rydells oder Neil Sedakas: geschniegelte Slowtempo-Bagatellen, die uncoole Kids und halbwüchsige Hektiker wohl beim unziemlichen Fummeln am Büstenhalterverschluss sedieren sollten – das große Ding war ehedem der Playtex-BH mit Living-Contur.

Selbst der notorische Schläger und Säufer Johnny Burnette, der mit seinem Rock’n’Roll-Trio und Nummern wie „Lonesome train“ ein paar Jahre zuvor die Gangart des Rockabilly drastisch verschärft hatte, hatte sich zum Teenidol gewandelt und gab mit zahmen Timbre Geringfügigkeiten wie „Dreamin’“ oder „You’re sixteen“ zum Besten. So korrekt gescheitelt, manierlich und leisetreterisch war schon lange keine Dekade mehr eingeläutet worden. Doch Obacht: Die Charts sind seit jeher ein äußerst unzuverlässiger Erzähler gewesen. Im Twist erkannte z.B. der noch nicht ganz so große Gainsburg die getanzte Rebellion, um bald darauf „Requiem pour un twisteur“ zu schreiben, einen definitiven Anwärter auf den coolsten Song aller Zeiten - zu dem man überhaupt nicht twisten kann.

Was geschah noch? Marlene Dietrich kehrt in ihre Heimat Berlin zurück. Das erste deutsche Autokino eröffnet am Standrand von Frankfurt. Der barfuß laufende Äthiopier Abebe Bikila gewinnt bei den Olympischen Spielen in Rom den Marathon. Walter Ulbricht wird zum Staatsratsvorsitzenden der DDR gewählt. In Ceylon kämpft Frau Bandaranaike für die Freiheitspartei und Alfred Hitchcock dreht „Psycho“. Im Fundstück präsentiert Ike Turner einen interessanten Einblick in die musikalischen Anfänge von Ike und Tina Turner - einem Abdruck aus „Takin’ back my Name: The Confessions of Ike Turner“

Musikalisch bieten die 20 Tracks der beigelegten CD Songs von Bert Kaempfert („Wunderland bei Nacht“), Serge Gainsbourg („Judith“), Jesse Belvin („Blues in the night“), Ike & Tina Turner („A fool in love“), Wanda Jackson („Let’s have a party“) und Eddie Cochran („Three Stepps to heaven“).

Anspieltipps:

  • Aaron Neville - Over you
  • Elvis Presley - Reconsider baby
  • Fat Domino - Walking to New Orleans
  • Johnny Kidd & The Pirates - Shakin’ all over
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