IAMX - The Alternative - Cover
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IAMX The Alternative


  • Label: Major Rec./EDEL
  • Laufzeit: 44 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Chris Corner ist das androgyne, expressive Wesen hinter I Am X, wobei er vielmehr als langjähriger Kopf der britischen Formation Sneaker Pimps bekannt sein dürfte. Schließlich deutet deren Album „Bloodsport“ schon die Machart an, auf die sich Corner auch beim I Am X-Debüt „Kiss And Swallow“ aus dem Jahr 2004 beruft. Hüftenschwingende, lasziv aus den Boxen perlende Electrobeats, mehr als ein Hauch von ausdrucksstarker Genialität und die faszinierende, nie in Oberflächlichkeit abdriftende Persönlichkeit eines Chris Corner ließen die Gemeinde aufhorchen. Zwei Jahre später tritt er nun den Versuch an, diese mit dem Zweitwerk „The Alternative“ nicht zu enttäuschen, sie vielleicht genau so zu begeistern und in jedem Ton ausreichend Leidenschaft zu transportieren. Ungewissheit ist das Gefühl, als sich die CD zum ersten Mal im Player breit macht... .

Doch wie bei so vielen sich zum Dauerbrenner entwickelnden Platten ist der Anfang schwer. „President“ bietet sich im Schunkel-Rhythmus und mit orchestraler Breitseite an, die Augen verwundert aufzureißen. Auch nach mehrmaligem Hören ist der Opener immer noch relativ mäßig, will meinen für I Am X mäßig, für den Rest der Musikanten ähnlicher Spielarten immer noch überdurchschnittlich. Mit dem Titeltrack werden die Fronten wieder geklärt und es regiert weit greifende Klasse. Ein gradliniger Tanzbefehl und melancholische Weiten erzeugender Schmachtfetzen, dem Chris Corner höchste Stimmlagen unterbreitet. Das Stichwort „Nightlife“ macht sich auf gesamter Spielzeit bemerkbar und lässt die Sehnsucht nach charmant schäbigen Clubs erwachen, während durchdringende Augenpaare dir den Verstand rauben. So in etwa kann man die Musik auf „The Alternative“ bildlich ausschmücken, ohne den Kampf der Geschlechter zu vergessen, den I Am X mit der nicht gerade zurückhaltenden Prise Erotik und Leidenschaft, körperlicher und seelischer Natur, forciert.

Der etwas schwächere Opener ist längst vergessen, jeder weitere Track ist es wert, zum persönlichen Favoriten auserkoren zu werden. Funky Grooves und die immer wieder auf´s Neue erquickende Wandelbarkeit in der Stimme erwischen „Song Of Imaginary Beings“ auf dem richtigen Fuß, so dass einen spielend die wohlige Art von Rastlosigkeit in Besitz nimmt. „The Negative Sex“ gewinnt durch pulsierende Sequencer, organisch klingende Drums und einen Refrain, der nur eines will – den Verstand rauben und all´ das mit ihm tun, was man in bestem Fall in drogengeschwängerten Träumen zu erahnen versucht. Zarte, zerbrechliche Töne werden in „S.H.E.“ und DER Offenbarung des Albums „This Will Make You Love Again“ durch unnachahmliche Schönheit repräsentiert, während „Spit It Out“ anhand von mitreißendem Pop und illustren Pianosounds gute Laune in Reinkultur anbietet. Langsam geht auch diese so schnell nicht verhallende Reise zu Ende und schreit nach exzessivem Airplay in den eigenen vier Wändern oder bestenfalls in einem Club deines Vertrauens. Musikalisch hochwertig und stets aufregend lebt die Musik von zeitloser Ergriffenheit, welche lasziv die Tanzfläche einhüllt und in ruhigen Momenten zu (Freuden)-Tränen rührt.

Anspieltipps:

  • Spit It Out
  • The Alternative
  • The Negative Sex
  • This Will Make You Love Again
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