Keith Caputo - Hearts Blood On Your Dawn - Cover
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Keith Caputo Hearts Blood On Your Dawn


  • Label: Eigenvertrieb/Just For Kicks
  • Laufzeit: 53 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Alle Welt verlangte und bettelte nach einer Reunion von Life Of Agony. Und als sie dann endlich in Form von „Broken Valley“ (05/2005) da war, machte sich Enttäuschung breit. Das Album kam nämlich nicht an Meisterwerke wie „River Runs Red“ oder „Soul Searching Sun“ heran. Und als dann auch noch die Verkaufszahlen weit hinter den Erwartungen des Labels zurückblieben, setzte Sony Music die Band einfach vor die Tür. Unfassbar, wie wenig Vertrauen die Plattenfirmen in ihre Künstler setzen.

Sänger Keith Caputo machte das Beste aus dieser Situation und widmete sich wieder seiner Solokarriere, die mit dem grandiosen Werk „Die Laughing“ (02/2000) verheißungsvoll begonnen hatte. Doch auch solo verlief nicht alles nach Plan. Eine „Valentinstag-Edition“ sowie eine neun Monate nach Veröffentlichung nachgeschobene „Pure Edition“ von „Die Laughing“ machten einfach keinen Sinn und seitdem stockt die Karriere von Herrn Caputo. Es gab zwar hin und wieder Lebenszeichen in Plattenform („Perfect Little Monsters“, 2002, „Live Monsters“, 2004), aber diese waren nur über die Webseite und auf den Konzerten des Künstlers zu beziehen. Aber weder musikalisch noch verpackungstechnisch das Gelbe vom Ei.

Während Life Of Agony total in der Luft hängen, legt Keith Caputo mit „Heart Blood On Your Dawn“ wieder los. Und bei www.justforkicks.de ist das Album sogar über einen deutschen Mailorder zu bekommen. Einen regulären Plattendeal kann der 33-Jährige dagegen noch immer nicht vorweisen. Aber das passt. Denn wo Keith Caputo in seinen Texten pure Leidenschaft offenbart, müssen seine Fans eben auch einen Hang zum Leiden aufbringen, wenn sie seine Platten erwerben möchten.

Keith spielte das Album mit Jack Pisters (Gitarre), Michiel Rietveld (Bass) und Jochem van Rooijen (Drums), drei jungen Musikern aus Holland, die – Entschuldigung! – keine Sau kennt, ein. Doch die Burschen machen ihren Job weitaus besser als die Nationalelf der Niederlande bei der Fußball WM 2006. Sie begleiten Caputos zarte Melodien mal akustisch zurückhaltend („Livin’ the blues“, „Mother“) oder rockig und energiegeladen („Monkey“, „Lamb to the slaughter“). Und auch wenn die Songs weit weniger poppig sind als auf „Died Laughing“, gehen sie sofort ins Ohr und zünden eine emotionsgeladenen Salve nach der anderen.

Der kleine Mann mit der großen Stimme nimmt seine Hörer mit auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Er singt über seine persönlichen Ängste und Dämonen, verpackt in wunderbare Songs. Und über allem thront die unglaubliche Stimme des Meisters. Wirklich stark! Dieses Alnum schreit geradezu nach einem richtigen Vertrieb. Also ran, liebe Plattenfirmen, wenn ich bitten darf!

Anspieltipps:

  • Always
  • Mother
  • Ramshackle
  • Fix pop bang shot
  • I wanna fly (Hearts blood on your dawn 2)
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