Alicia Keys - Songs In A Minor - Cover
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Alicia Keys Songs In A Minor


  • Label: J Records/BMG
  • Laufzeit: 63 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Alicia Keys hat Motown ins dritte Jahrtausend gerettet.

„Sometimes I love you, sometimes you make me blue”– diese Zeile aus Alicia Keys Hitsingle „Fallin’” ist programmatisch für das Debütalbum der jungen New Yorkerin mit dem Hang zu opulenten Ohrringe und hippen Hüten. Von tieftraurig bis total tanzbar - „Songs In A Minor“ ist eine melodiöse Melange aus Soul-, Gospel-, Pop-, HipHop-, Blues-, R&B und Funk-Elementen. Abgesehen vom durchgestylten Äußeren hat Miss Keys jedoch wenig mit der weiblichen Chart-Konkurrenz à la Christina Aguilera oder Jennifer Lopez gemeinsam.

Bereits als Fünfjährige begann die in Hell’s Kitchen aufgewachsene Keys Klavierunterricht zu nehmen. Im Alter von 14 Jahren, während sich Gleichaltrige auf die Perfektionierung ihres Lidstrichs konzentrierten, schrieb sie ihren ersten Song: „Butterflyz“. Unter Vertrag genommen und gefördert von Clive Davis (verantwortlich für mehr als 300 Nummer-1-Hits der letzten vier Dekaden und Entdecker von Künstler wie Janis Joplin, Bruce Springsteen, Whitney Houston und Pink Floyd) hat die damals 20-Jährige mit „Songs In A Minor“ ein Album aufgenommen, das diverse musikalischen Einflüssen zu einem harmonischen Ganzen verarbeitet:

Das Klavier-Intro kommt auch denjenigen sofort bekannt vor, die es nicht als Teil von Beethovens „Mondscheinsonate“ erkannt haben. Der Karibik-Feeling verbreitende Song „Mr. Man“ erinnert stark an Stevie Wonder und der Bonustrack „Lovin U“ hätte auch einer Diana Ross gut zu Gesicht gestanden. Der Prince-Klassiker „How come you don’t call me“ wird von Miss Keys in einer ohrwurmverdächtigen Coverversion zu neuen Ehren gebracht. Doch die Liste der Inspirationsquellen der Alicia Keys ist hier noch lange nicht zu Ende: Streicher in „Rock Wit U“, fette HipHop-Beats („Girlfriend“), Backing-Vocals vom Gospel-Chor („Fallin’“) und das soulige „Never felt this way“ machen „Songs In A Minor“ zu einer angenehm abwechslungsreichen und sehr runden Sache.

Trotz all der Anleihen wirkt „Songs In A minor“ niemals zusammengewürfelt oder gar kopiert. Keys wird ihren Vorbildern in jeder Weise gerecht und bleibt nicht beim Inspiriertsein stecken: Selten klang ein Debütalbum so ausgereift und hatte einen so individuelle Handschrift, wie Alicias Songs in A Moll. Auch wenn der Titel wohl immer ein Rätsel bleiben wird, ist der Effekt des Erstlingswerks ziemlich offensichtlich: Alicia Keys hat Motown ins dritte Jahrtausend gerettet. Danke dafür.

Anspieltipps:

  • Fallin’
  • Lovin U
  • Mr. Man
  • How come you don’t call me

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