Moonspell - Memorial - Cover
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Moonspell Memorial


  • Label: Steamhammer/SPV
  • Laufzeit: 59 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Die portugiesischen Schwarzkutten von Moonspell liefern mit „Memorial“ ihren siebenten Düsternis und Dunkelheit versprühenden Longplayer ab.

Die portugiesischen Schwarzkutten von Moonspell haben es wieder getan! Sie liefern mit „Memorial“ ihren siebenten Düsternis und Dunkelheit versprühenden Longplayer ab und werden damit aller Voraussicht nach den Status als berühmteste und erfolgreichste Band Portugals halten, denn was ihr neuestes Werk zu bieten hat, wird sicherlich auch neue Fans rekrutieren, die die Platte eifrig konsumieren werden. Lange ließ der Erfolg ja nicht auf sich warten, nachdem sich Fernando Ribeiro 1989 entschloss eine Band namens Morbid God zu gründen, die er dann drei Jahre später nach der Veröffentlichung der ersten Promoplatte in Moonspell umtaufte. Nämlich genau weitere drei Jahre zogen ins Land, bis nach mehreren EPs („Anno Satanae“, „Goat on fire“, „Under the moonspell“) das Debüt „Wolfheart“ erschien und der Band einen ersten kommerziellen Erfolg bescherte. Als Produzent fühlte sich Waldemar Sorychta verantwortlich, der die Nachfolgewerke „Irreligious“ (1996) und „Sin/Pecado“ (1998) ebenfalls betreute und nun wieder bei „Memorial“ seine Finger im Spiel hatte.

Aufgenommen wurde der neueste Streich in den Woodhouse Studios in Hagen, Nordrhein-Westfalen, wo auch Lacuna Coil ihren „Karmacode“ eingespielt haben. Schon das einleitende „In Memoriam“ packt den Hörer und schmeißt ihn förmlich in den zweiten Track „Finisterra“, der sich zu Beginn durch ein Schlagzeug-Geknüppel Raum verschafft bis Fernando Ribeiro den Text mit einer Mischung aus Röhren und hasserfülltem Timbre beginnt beizusteuern. Im nachfolgenden „Memento mori“ wird es dann orchestral, wenn Streicher den Song begleiten, der sich mal ruhig mal laut um sich schlagend in Szene setzt und in den instrumentalen Track „Sons of earth“ überleitet, der wiederum die Vorlage zu „Blood tells“ bietet. Spätestens ab diesem Song kreist die Matte im Takt der Musik und die Luftgitarre wird gezückt um das Blut auch angemessen in Wallung zu bringen. Mit einem Chor, der von einer Schlagzeug-Gitarren-Wand niedergerungen wird, beginnt „Upon the blood of men“, das den Höhepunkt von „Memorial“ markiert.

„At the image of pain“ gleicht in punkto Instrumentenbehandlung zwar dem Vorgängertrack ein wenig, besticht aber durch die abwechslungsreiche Gestaltung des Songs und die unterschiedliche stimmliche Darbietung von Ribeiro. Etwas ruhiger wird es in „Sanguine“, das zweite Instrumentalstück „Proliferation“ fegt danach erst mal wie ein Orkan aus den Lautsprechern durch den Raum und „Once it was ours“ vertritt seinen Titel äußerst lautstark. Ein wunderschönes Akustikgitarrensolo trägt „Mare nostrum“ und rollt den Teppich für das wunderschöne „Luna“ aus, das beinahe von Nightwish stammen könnte und als krönenden Abschluss darf „Best forgotten“ herhalten.

Moonspell sind mit ihrem siebten Werk wieder eine sichere Bank für alle Gothic-Metal-Fans, die einen Hang zu düsteren Klängen, mitunter orchestraler Begleitung und harten, knüppelnden Rhythmen haben. Vor allem durch die abwechslungsreiche Gestaltung mit vielen Zwischenspielen, Ein- und Überleitungen gelingt den Mannen rund um Fernando Ribeiro (Gesang), Mike Gaspar (Schlagzeug), Pedro Paixao (Gitarre, Keyboard) und Ricardo Amorim (Gitarre, Keyboard) eine teilweise filmreife Atmosphäre aufzubauen, die jedem Horror- und Schockerstreifen gut zu Gesicht stehen würde.

Anspieltipps:

  • Luna
  • Blood Tells
  • Proliferation
  • At The Image Of Pain
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