Donald Fagen - Morph The Cat - Cover
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Donald Fagen Morph The Cat


  • Label: Reprise/WEA
  • Laufzeit: 53 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Der letzte Teil Fagens Albumtrilogie ist trotz des morbiden Inhalts eine spannende Angelegenheit geworden.

Donald Fagen ist nun mal Perfektionist. Daher hat er sich zur Vollendung seiner Solo-Albumtrilogie auch mächtig Zeit genommen und so erscheint der letzte Teil “Morph the cat” ganze 24 Jahre nach „The nightfly“ und 13 nach „Kamakiriad“. Die Geschichten und Episoden in den einzelnen Werken repräsentieren jeweils ein Stadium im Leben eines Menschen, die in Übereinstimmung mit der Chronologie der Alben laut Fagen selbst folgende wären: „Der Beginn „The nightfly“ nimmt so in etwa den Standpunkt der Jugend ein, während Kamakiriad sich mehr um die Mitte des Lebens dreht. Das neue Album handelt wirklich vom Ende. So ist es irgendwie eine Art Trilogie geworden. Es gibt sogar Pläne, die drei Alben in einer Box zu veröffentlichen, so wie sie zusammengehören.”

Dieses Dreierpaket gibt es zwar noch nicht, aber wer es nicht erwarten kann die zynischen Geschichten der zweiten Hälfte von Steely Dan (was übrigens nach einem Buch von William Burrough als Synonym für einen eisernen Dildo gilt) in ihrer Gesamtheit in sich aufzunehmen, der kann sich schließlich ohne weiteres die beiden Vorgänger zulegen, die genau wie der nun erschienene Abschluss sehr empfehlenswert sind.

In ihnen hat Fagen nämlich schon sehr sarkastisch zu den Ereignissen früherer Epochen Stellung genommen, wenn er z.B. in „New frontier“ während eines Atombunkeraufenthalts über die Teenager der frühen 60er Jahre sinniert oder sich über das Internationale Geophysikalische Jahr 1957/58 lustig macht („I.G.Y.“). „Kamakiriad“ ist ohnehin komplett konzeptionell und handelt von einer Person die in einem umweltfreundlichen High-Tech-Gefährt namens „Kamakiriad“ um die Welt fährt. Wem das zu abgefahren ist, der sollte sich erst gar keine Gedanken über die Themen des neuesten Werkes machen, da geht es nämlich unter anderem um den Angriff einer Killerkatze, die New York befällt („Morph the cat“), die Liebe zum Sicherheitspersonal am Flughafen („Security Joan“), einer Konversation mit dem verstorbenen Ray Charles („What I do“) und Begegnungen mit dem Tod auf gewohnt humoristische Art und Weise („Brite nitegown“).

Obwohl „Morph the cat“ das Ableben und großteils dekadente Themen zum Inhalt hat, so werden die todessehnsüchtigen Episoden durch die gar nicht düstere Stimme von Fagen erhellt und erfahren zudem durch die regelrecht optimistische Stimmung der Instrumente zusätzliche positive Euphorie. Fagen meint dazu: „Ich fange an, älter zu werden und begann, mehr über Sterblichkeit nachzudenken. Meine Mutter starb 2003 – das war ein großer Schock für mich. Wenn deine Eltern anfangen zu sterben, ist das wie eine Offenbarung. Für mich erzählt dieses Album – obwohl es ziemlich fröhlich klingt – viel über den Tod.”

Somit ist der letzte Teil seiner Albumtrilogie trotz des morbiden Inhalts eine spannende Angelegenheit geworden, die alle Gastmusiker und Fagen selbst in Bestform zeigt und somit wegen der innewohnenden groovigen Atmosphäre nicht nur für Fans des Altmeisters, Steely Dan-Anhänger oder Jazz-Fetischisten eine vergnügliche und entspannende Reise sein kann. Das sich nach 24 Jahren niemand mehr für „Morph the cat“ interessieren könnte, kümmert den Musiker wenig: “Ich arbeite nach den Regeln der Siebziger, egal, welche Zeit gerade ist. Das ist ein Vertrag, den ich mit mir habe. Ich mache einfach weiter, ganz egal und die Wirklichkeit da draußen hat nicht viel damit zu tun.”

Anspieltipps:

  • Security Joan
  • Morph The Cat
  • Brite Nitegown
  • Mary Shut The Garden Door
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