Potentia Animi - Psalm II - Cover
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Potentia Animi Psalm II


  • Label: Metal Blade/SPV
  • Laufzeit: 46 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Nicht allzu ernst nehmen sollte man (aufgrund des innewohnenden Sarkasmus) die musikalischen Ergüsse von Bruder Nachtfraß (Gesang, Cister), Bruder Liebe (Schlagwerk, Gesang), Bruder Schaft (Gesang, Sackpfeife, Harmonium), Bruder Schlaf (Gesang, Bass) und Schnabausus Rex (Violine), die sich unter dem Namen Potentia Animi, was übersetzt „Kraft der Seele“ bedeutet, 2002 zusammengeschlossen haben und seither über das sinnliche wilde Treiben hinter Klostermauern in teils deutscher teils lateinischer Sprache in ihren Songs berichten und das wohlgemerkt mit ironischem Unterton.

Den ersten Longplayer veröffentlichten die, wie sie selber immer mit einem Augenzwinkern ausreichend betonen, durch und durch gottesfürchtigen Mönche 2004 mit „Das erste Gebet“. Der Nachschlag folgt nun zwei Jahre später mit „Psalm II“, das im St. Blasius Studio aufgenommen wurde und an die Tradition des Vorgängers anknüpft, besonders eingängige Songs mit teilweise hypnotisch vorgetragenem Text und einer musikalischen Untermalung, die sich aus mittelalterlichen und zeitgenössischen Instrumenten zusammensetzt, auf Platte zu bannen.

Nach einem recht unnötigen und einfallslosen Intro (Glockengebimmel und Schritte) geht es wesentlich eindrucksvoller mit „Ave Maria“ weiter. Der Großteil der Tracks bewegt sich, was die Musik betrifft, im Schatten von Corvus Corax, Subway to Sally oder Schandmaul, allerdings ohne diese Bands zu übertrumpfen oder innovativer zu klingen. Das hat sicherlich mit dem einfachen, spärlichen und dezenten Einsatz der Instrumente zu tun – etwas mehr Power hätte da sicherlich nicht geschadet.

Wirkliche Überraschungen bieten hingegen die gewagte, lateinische Rapeinlage in „Qui per mundum“, das punkige „Der verlorene Haufen“ und das aus Rock und klassischem Spielleuten-Gesang durchzogene „Rouber“. Für Mittelalter-Fans, die nach dem grandiosen „Cantus Buranus“ von Corvus Corax einmal etwas Witziges dargeboten haben wollen, sicherlich einen Blick wert. Für alle anderen gilt: Wer dieses Genre nicht mag, wird „Psalm II“ auch nicht mögen, außerdem ist Potentia Animi als Einstieg in diese Sparte als erste Anlaufstelle sowieso nicht geeignet.

Anspieltipps:

  • Rouber
  • Non Major
  • Qui Per Mundum
  • Der verlorene Haufen
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