The Exit - Home For An Island - Cover
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The Exit Home For An Island


  • Label: Red Ink/SonyBMG
  • Laufzeit: 50 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Es gibt Tage, da möchte man um Hilfe schreien. Hilfe nach Aufklärung, nach Übersicht. Man hat schon lange nicht mehr mitbekommen, welche Hype-Band denn jetzt wieder das „Next Big Thing“ ist, und sie zu zählen hat man eh aufgegeben. The Exit könnten exakt in diese Sparte eingeordnet werden. Einziges Problem: Die Band kommt nicht aus dem UK. Und bereits da entsteht ein großer Unterschied zu vielen aktuellen, übertrieben gehypten Brit-retro-wave-rock-pop-whatever-Bands. Sie sind frisch und lassen den Hörer sie nicht mit unzähligen anderen Hype-Bands verwechseln. The Exit präsentieren uns mit ihrem zweiten Longplayer, dass gute Gitarrenmusik derzeit nicht nur von der Insel kommen muss.

Das Album verbreitet Feriengefühl, wäre da nicht die unüberhörbar und wunderbar samt gestreute Melancholie, unterstützt durch Jeff DeRosas melancholischen, teils energischen Gesang. „What’s hip today, will someday be passé!“ Ein wunderbares Statement, selbstironisch und bezeichnend für die aktuelle Flutwelle von Hype-Bands. England, zieh dich warm an! Das Album beginnt mit „Don’t push“ eher gemächlich, lullt uns ein in melancholische Klänge. Mit „Let’s go to Haiti“ drückt der Dreier dann aber aufs Gaspedal – und das so richtig schön laut und dreckig. Das ganze Album wirkt wie ein riesiger Stilmix, doch die Combo schafft es, stets eine eigene markante Marke aufrecht zu erhalten und sich nicht in Zitaten und Hommagen zu verlieren.

Bei manchen Songs wurde wohl gleichzeitig The Police und Dredg gehört. Macht aber nichts, denn dies wissen stets zu gefallen. Der Mix zwischen Melancholie und fröhlicher Ferienstimmung fasziniert und bannt den Hörer vor den CD Player. Wunderbare Gitarrenintros wie bei „Warm summer days“ fesseln und muten oft auch ein wenig pathetisch an. Und spätestens im tollen „Darlin’“ ist auch der letzte Hörer bekehrt. The Exit überraschen mit einem sehr guten, abwechslungsreichen und frischen Album, welches nicht wirklich einzuordnen ist. Dafür sind sie zu verspielt, manchmal auch zu vertrackt. Das Album hört sich von Beginn an sehr gut an. Und es wird mit jedem Mal besser und besser – eine Platte, die wächst!

Es werden wohl auch in den nächsten Wochen und Monaten zahlreiche neue Hype-Bands von der Insel kommen. Viele werden schnell wieder vergessen sein. Aber The Exit haben hier ein kleines und sehr feines Stück Musik abgeliefert. Zeitloser Rock braucht derzeit nicht nur von der Insel zu kommen.

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