Gomez - How We Operate - Cover
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Gomez How We Operate


  • Label: Red Ink/Rough Trade
  • Laufzeit: 52 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Für eine unbekannte Band aus einer Kleinstadt in England kann es gar nicht besser laufen. Gemeint sind Gomez, die sich aus dem Städtchen Southport mit ihrem ersten Album „Bring it on“ von 1998 vom Stand heraus in die Herzen der Kritiker schossen und dafür gleich den Mercury Music Prize einheimsten, was bedeutet dass sie sich unter anderem gegen Pulp („This is hardcore“), Massive Attack („Mezzanine“), The Verve („Urban Hymns“) und Robbie Williams („Life thru a lens“) durchsetzen konnten. Ein paar Jahre später ist nach der Veröffentlichung der Alben „Liquid skin“ (1999), „In our gun“ (2002), „Split the difference“ (2004) und dem Live-Zusammenschnitt „Out west“ (2005), das allerdings nur über Import zu erstehen ist, nun das fünfte Kind von Ian Ball (Gesang, Gitarre), Paul Blackburn (Bass), Tom Gray (Gesang, Gitarre, Keyboards), Ben Ottewell (Gesang, Gitarre) und Olly Peacock (Schlagzeug) mit Namen „How we operate“ unterwegs.

„The last album was pretty rocking, and reflected the live show a lot. With our new one, we wanted to focus on songs, melodies and words, rather than volume” erklärt Ottewell. Weiters würde es Gomez noch darum gehen “to get everybody together in one room, work on all the songs together, and make sure that it was a really unified vision”. Dabei wurde nicht auf die Hilfe eines Produzenten verzichtet, der in Gil Norton (Pixies, Foo Fighters) gefunden wurde und die Jungs bei ihrem Ideenfindungsprozess unterstützen sollte um die Spontaneität ein wenig außen vor zu lassen und die Dinge ein bisschen mehr durchzudenken, was im Gegensatz zur Herangehensweise für die bisherigen Werke steht.

Somit fängt der Opener „Notice“ mit einer schmeichelnden Gitarre, die sich mit butterweichem Gesang paart, an und wird erst im späten Verlauf zu einem tobenden Ungetüm, das durch „See the world“ gestoppt wird, das auch aus der Feder der Goo Goo Dolls stammen könnte. Richtig ins Ohr geht erst der Titeltrack. Mit einem behutsamen Gitarrenakkord, der einige Zeit fortgesponnen wird, eröffnen Gomez „How we operate“, ohne allerdings auf klangliche Ausbrüche und wiederkehrende, ruhige Passagen zu verzichten. Am „Hamoa beach“ lässt es sich danach sehr entspannt am Cocktail nippen und „Girlshapedlovedrug“ sorgt für das dazugehörige Gute Laune-Feeling. Emotionsgeladen wird im Anschluss „Chasing ghosts with alcohol“ zum Besten gegeben, das eine wunderbare Klangkulisse zum Text aufbaut und in das ausgeschmückte, aber unentschlossene „Tear your love apart“ mündet.

Mit „Charley Patton songs“ erwartet den Hörer dann eine Mischung aus kitschig anmutender Ballade und alternativ rockigen Teilen, die zwischen den Strophen die bockigen Überleitungen bilden. Im unaufdringlichen „Sha la la la“-Rhythmus erklingt “Woman! Man!“ und mit „All too much“ folgt ein aufbegehrender Track, der allerdings recht beliebig klingt. „Cry on demand“ zeugt wiederum von den vielen schwungvollen Ideen, die den Fünfer durchströmt, bis ein langsam und bedächtiges „Don´t make me laugh“ den Abschluss bildet. „How we operate“ ist nicht das beste Werk von Gomez geworden, bietet aber reichlich verspielte und interessante Facetten, die zu einem uneingeschränkten Hörgenuss beitragen. Einzig und allein der eine oder andere experimentelle Ansatz könnte zurückgeschraubt werden, denn diese stören mitunter den Fluss der Harmonien, ansonsten die perfekte Platte um über den anscheinend verregneten Sommer hinwegzusehen.

Anspieltipps:

  • Cry On Demand
  • How We Operate
  • Charley Patton Songs
  • Chasing Ghosts With Alcohol
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