Phoenix Mourning - When Excuses Become Antiques - Cover
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Phoenix Mourning When Excuses Become Antiques


  • Label: Metal Blade/SPV
  • Laufzeit: 54 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Debüt der fünf Jungs Jeremiah Ruff (Gesang), Ahmed Smith (Gitarre), Stephen Bowman (Gitarre), Marshall Gibson (Bass) und Kerry DeWitt (Schlagzeug) von Phoenix Mourning stellt den Verfasser dieser Zeilen vor ein Dilemma. Einerseits weil die 13 Songs auf „When excuses become antiques“ ganz und gar nicht unterste Schublade sind, einen durchaus variablen Aufbau besitzen und außerdem schöne Melodien in sich tragen, aber andererseits benötigt diese Platte auch dermaßen viel Aufmerksamkeit und Zuneigung, damit sich überhaupt etwas aus den Tracks herauskristallisiert, sodass eine gerechte (soll heißen einigermaßen objektive) Wertung anfänglich nahezu unmöglich scheint.

Im Klartext: Nach den ersten paar Durchläufen könnte das erklingende Songmaterial mit flüchtigen Bekanntschaften auf der Party eines Freundes verglichen werden – man kennt die Person zwar bzw. hat sie schon einmal irgendwo gesehen, aber will eigentlich keine nähere Beziehung aufbauen, da die Kosten (Zeit)/Nutzen (Spaß, Freude)-rechnung nicht aufgehen könnte. Doch dann plötzlich, nach einer Woche oder zwei, will man plötzlich alles wissen und versucht herauszufinden, was möglich ist oder beginnt sich intensiv mit dem Menschen auseinander zu setzen.

So geschehen bei „When excuses become antiques“. Was anfänglich relativ belanglos und kreischend aus den Lautsprechern dröhnt, entpuppt sich nach längerer Zeit zu einer abwechslungsreichen und detailverliebten Emo/Screamo/Metalcore-Platte, die mit kleinen Spielereien und dem markigen Organ von Sänger Ruff aufwartet, der mal hasserfüllt mal klar den Text aus sich herausbricht. „Songs voll von arenawürdigen Hymnen, jugendlicher Lebensangst und persönlicher Entwicklung“ nennt das die Plattenfirma. Und damit gar nicht weit gefehlt, denn den Jungs von Phoenix Mourning hört man ihren Enthusiasmus, die Leidenschaft und den Ehrgeiz an mit denen sie die Tracks bestreiten.

Natürlich bieten nicht alle 13 Stücke auf ihrem Debüt einzigartige Kost, das ist bei dem derzeitigen Boom in diesem Genre ohnehin ein Ding der Unmöglichkeit, aber der Fünfer zählt ohne weiteres zu den besseren Acts, die nicht nur am Kuchen mitnaschen wollen, sondern auch neue Ideen mit einbringen. Für Bandleader Ruff gibt es ohnehin nichts „Vergleichbares zu dem Gefühl, auf die Bühne zu gehen und die Leute an der Geschichte, die man selbst in musikalischer Form geschrieben hat, teilhaben zu lassen.“ Dafür sind die Studioaufnahmen der Geschichten auf „When excuses become antiques“ trotzdem recht anständig geworden und haben letztendlich doch eine angemessene Note bekommen.

Anspieltipps:

  • Niche
  • Etched
  • Glasskiss
  • When The Sky Falls
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