Lower Forty-Eight - Apertures - Cover
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Lower Forty-Eight Apertures


  • Label: Monotreme/CARGO
  • Laufzeit: 46 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach ihrem Underground-Debüt „Halfback” auf dem bandeigenen Label King Of Stick Records und dem ersten regulär erhältlichen Album für das Londoner Mini-Label Monotreme Records, „Skin Failure”, legt das im Mai 2000 gegründete Trio mit dem kryptischen Namen Lower Forty-Eight seinen dritten Longplayer „Apertures” vor. Mit ihrer Musik wollen die Jungs aus San Francisco – Andrew Lund (Gesang, Gitarre, Texte), Grady Mutzel (Bass) und Phil Becker (Schlagzeug) – Fans von Post-Rock, Emo, Punk, Crossover, Hardcore und Mathrock ansprechen. Im Prinzip eine durchaus zeitgemäße Angelegenheit, auch wenn die Wurzeln der Band eher im rauen Sound der 70er Jahre liegen.

Nach Garage klingen die zehn Stücke auf „Apertures“ allerdings nicht. Das Album wird viel mehr mit tonnenschwerem Riffing („Mass denial, massive guilt“) eröffnet, das nahtlos in die vertrackte Rhythmik des progressiv-genialen Emo-Krachers „Blaue Augen“ übergeht. Damit sind die Claims früh abgesteckt. Denn im Laufe der folgenden 45 Minuten bieten Lower Forty-Eight eine wüste Mixtour aus oben genannten Stileinflüssen. Da wird mal mit lautem Gebrüll und einem ordentlichen Riff-Pfund auf die Zwölf gehauen („Afterlie“, „Desperate signs“, „Seven sight“) und dann wieder eine Jazz-Rock-artige Fährte aufgenommen („Truth from fact“, „Slay tracks“). Dadurch ist „Apertures“ eine ganz schön anstrengende Angelegenheit, der es sich zu stellen gilt. Für Hörer mit einer progressiven Ader sicher kein Problem. Otto Normalverbraucher wird vor dieser urwüchsigen Wall of Sound mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit kapitulieren.

Zum Schluss noch eine kleine Anekdote: Diesmal hat das Trio der Mutter von Bassist Grady Mutzel den Gefallen getan, die Texte im Booklet abzudrucken, weil sie bei der lauten Musik und dem Gebrüll auf dem Vorgänger nichts davon verstanden hat. In der Vergangenheit war Andy Lund mit der Veröffentlichung der Texte sehr zurückhaltend. Er nahm es lieber in Kauf, dass seine oftmals sehr persönlichen Ansichten vom Hörer anders ausgelegt wurden, als er sie ursprünglich gemeint hatte. Das erinnert fatal an den Kollegen Michael Stipe von R.E.M. Doch musikalisch ist der Unterschied zwischen R.E.M. und Lower Forty-Eight wie Himmel und Hölle.

Anspieltipps:

  • Afterlie
  • Blaue Augen
  • Desperate signs
  • I am a rogue state
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