Fatboy Slim - Why Try Harder: Greatest Hits - Cover
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Fatboy Slim Why Try Harder: Greatest Hits


  • Label: Skint/SonyBMG
  • Laufzeit: 66 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Mann, waren das Zeiten. „The Rockafeller Skank“ lief gerade überall im Radio, der Verantwortliche hinter dem eingängigen Kassenschlager, ein sogenannter Fatboy Slim, freute sich über grandiose Verkaufszahlen des dazugehörigen Albums „You´ve come a long way baby“ und tauchte als Norman Cook für diverse Remixe für Groove Armada („I see you baby“) oder Cornershop („Brimful of Asha“) auf oder fabrizierte unter dem Pseudonym Mighty Dub Kats die äußerst erfolgreiche Single „Magic carpet ride“. Big Beat wurde der Sound betitelt, der da völlig frisch und unbekümmert aus den Boxen knarzte, polterte und zum Hüftenschwinden anregte. Die Chemical Brothers hatten die vorerst als Amyl House definierte Stilrichtung Mitte der 90er geschaffen, den heutigen Namen erhielt die Gattung mit der Eröffnung der Big Beat Boutique, einem Club in Brighton, der durch Quentin Cook, Fatboy Slims bürgerlicher Name, und Damian Harris ins Leben gerufen wurde und sich seitdem der Entstehung des neuen Klangbildes widmete. Mit jedem Jahr, das verstrich, wurde jedoch das Interesse am Big Beat kleiner und Platten ließen sich dahingehend schwerer absetzen.

Vier Alben („Better living through chemistry“, „You´ve come a long way baby”, „Halfway between the gutter and the stars”, „Palookaville”), einen Live-Mitschnitt (“Live at Brighton Beach”) und eine Remixplatte („Greatest remixes”) später, erkennt auch Fatboy Slim die Zeichen der Zeit und legt mit „The greatest hits : Why try harder“ einen ersten Rettungsanker um die Menschheit wieder für Big Beat zu interessieren. Ob er damit baden geht, Schiffbruch erleidet oder das Steuer noch im letzten Moment herumreißen kann ist fraglich, dennoch hat der „Funk Soul Brother“ eine nette Zusammenstellung auf den Mark geworfen, die neben Auserwähltem aus den vier Platten als Fatboy Slim auch die Remixe für Cornershop und Groove Armada berücksichtigt, sowie „Sho nuff“, eine B-Seite der „Praise you“-Single“, und „Everybody loves a carnival“, eine aufgepeppte Version von „Everybody needs a 303“, das auf der Bonus-CD von „You´ve come a long way baby“ enthalten ist, beinhaltet.

Neben diesen Tracks wurde natürlich nicht darauf vergessen einen zusätzlichen Kaufanreiz in Form von zwei brandneuen Stücken zu liefern, die sich „Champion sound“ und „That old pair of jeans“ nennen. Ersterer ist ein zappelnder Electro-Groover, der mit einer drückenden Basswand ausgestattet wurde und letzterer reißt aufgrund der eingängigen Melodie im Singalong-Rhythmus die Sympathien an sich, klingt allerdings nach dem, was schon auf „Palookaville“ in dieser Weise vernommen werden konnte, wie ein Hidden Track oder ein Song, der es nicht auf das letzte Werk geschafft hat. Wie es in Zukunft mit Fatboy Slim weitergeht wird sich zeigen, besser für die Plattenverkäufe wäre es auf jeden Fall, wenn sich Norman Cook einem anderen Feld annähert, wie es die Begründer, die Chemical Brothers, letztes Jahr in „Galvanize“ mit der Verschmelzung von HipHop, Electro und orientalischem Flair eindrucksvoll vorgemacht haben, denn nur Best-Of-Zusammenstellungen, Live-Mitschnitte oder Platten, die niemanden mehr wirklich interessieren, auf den Markt zu werfen kann auf Dauer kein sinnvoller Lebensinhalt sein.

Anspieltipps:

  • Slash Dot Dash
  • I See You Baby
  • Wonderful Night
  • Weapon Of Choice
  • The Rockafeller Skank
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