Mono And Nikitaman - Für Immer - Cover
Große Ansicht

Mono And Nikitaman Für Immer


  • Label: Rootdown/SOULFOOD
  • Laufzeit: 59 Minuten
Artikel teilen:
8/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn sich wer in der deutschen Dancehall-Reggae-Szene durch beständiges Touren (mehr als 350 Auftritte in den letzten zwei Jahren) und einen mehr als interessanten Debüt-Longplayer („Das Spiel beginnt“) einen Namen gemacht hat, dann das niederländisch-österreichische Duo Mono & Nikitaman. Monika Jaksch und Nick Tilstra, die Personen hinter den Pseudonymen, sind allerdings nicht einfach so zum Reggae gekommen, sondern haben beide einen unterschiedlichen Background aufzuweisen.

Die 1975 in Linz geborene Mono hat sich z.B. anfänglich in der Hip Hop und Drum´n´Bass-Szene heimisch gefühlt, bis sie, während eines Auslandssemesters in Bristol, England, auf den jamaikanischen Reggae aufmerksam wurde und sich wieder zuhause dem Soundsgood International Soundsystem anschloss. Der ein Jahr ältere Nikitaman wächst aufgrund der politischen Einstellung seiner Eltern in der Düsseldorfer Hausbesetzerszene auf und wird durch den dort vorherrschenden Punkrock geprägt. Später bekommt er afrikanischen Perkussionsunterricht auf den Kanarischen Inseln und landet früher oder später ebenfalls beim Soundsgood International Soundsystem, wo er auf Mono trifft.

Anfänglich veröffentlichen die Beiden ihre Platten solo, doch 2004 schließen sie sich zusammen und beginnen mit dem Arbeiten an ihrem ersten gemeinsamen Werk mit dem unmissverständlichen Namen „Das Spiel beginnt“. Die darauf enthaltenen Songs reflektieren nicht nur die unterschiedlichen Einflüsse und Erfahrungen beider, sondern glänzen auch durch tanzbare Arrangements und dem Wechselspiel zwischen der männlichen rauen Coolness von Nikitaman und dem sanften, grazilen Organ von Mono. Das zweite Oeuvre „Für immer“ geht nun einen Schritt weiter und weist auch ruhigen, gediegenen Reggae („Bist du da“, „Mehr als das“) auf, der sich mit flotten Partytracks („Sex sells“, „Wir sind so“, „SOS“, „Zweite Halbzeit“, „U.N.I.T.Y.“) abwechselt ohne auf die politischen Statements („Tausend“, „Booom“, „Stell dir vor“) zu vergessen.

Lachanfälle garantiert „Fresse halten selber machen“, das eine Abrechnung mit Großmäulern darstellt, die an jeder Kleinigkeit etwas auszusetzen haben, wobei Kritiker und Politiker ebenfalls ihr Fett abbekommen: „Das Sparprogramm ist so präsent, doch die Merkel fährt nen Benz / Spart doch mal im Parlament / Fresse halten selber machen“ und „Du willst mich dissen, geh nach Haus und heul ins Kissen / Hey der Reim ist doch beschissen / Fresse halten selber machen / Und liebe Kritiker schreibt über Roger Whittaker / Der Reim ist noch beschissener / Fresse halten selber machen“.

Diese kunterbunte Mischung macht „Für immer“ zu einer witzigen, ernsten, intelligenten und Gute-Laune-verbreitenden Platte, die beinahe überall eingelegt werden kann, sei es beim Autofahren, zum Entspannen oder Abfeiern. Mono & Nikitaman stehen daher weiterhin für eine kluge Fusion aus männlicher Stärke und weiblichem Feingefühl, die sicherlich auch bei Nicht-Reggae-Fans Anklang finden könnte.

Anspieltipps:

  • Booom
  • Wir sind so
  • Stell dir vor
  • Fresse halten selber machen
Neue Kritiken im Genre „Dancehall“
Diskutiere über „Mono And Nikitaman“
comments powered by Disqus