Neaera - Let The Tempest Come - Cover
Große Ansicht

Neaera Let The Tempest Come


  • Label: Metal Blade/SPV
  • Laufzeit: 51 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

„Sometimes you must embrace the darkness when you seek light” – diese etwas untypische Binsenweisheit entspringt einem Song des zweiten Werkes der aus Münster stammenden Band Neaera. Die anfänglich unter The Ninth Gate bekannte Formation fühlt sich im Metalcore zuhause, lässt durch markige Growls und düsteren Unterbau aber auch den Death Metal ins Schaffen einziehen. Nicht weiter verwunderlich? Nun ja, der Titel aus dem die zitierte Zeile zu Beginn stammt, nennt sich „I love the world“, was zumindest für einen kurzen Moment für Schmunzeln sorgt, beschränkt sich die übliche Namensgebung eines Metalcore-Tracks im Prinzip doch darauf, dass jemand blutet, stirbt, sterben oder sich verstümmeln will, Hass empfindet oder depressiv vor sich hin vegetiert. In Anbetracht des Inhalts von besagtem Stück ist das Ganze sowieso ein gewitztes Oxymoron und Texte über Blumen und Bienen kauft der Truppe, die sich nach einer Sklavin aus der griechischen Mythologie benannt hat, sowieso niemand ab.

Ungeachtet dessen veröffentlichen Benny Hilleke (Gesang), Tobias Buck (Gitarre), Stefan Keller (Gitarre), Benjamin Donath (Bass) und Sebastian Heldt (Schlagzeug) nach dem im März letzten Jahres veröffentlichten Debüt „The rising tide of oblivion“ mit „Let the tempest come“ bereits ihren zweiten Longplayer und wollen sich allem Anschein nach durch Fleiß und strenge Arbeitsmoral zur Speerspitze des Metalcore vorarbeiten. Viel wird nicht mehr fehlen, denn schon der Erstling schlug in die Szene ein wie eine Bombe und rekrutierte in Windeseile Scharen von Anhängern, die das um einige Nuancen düsterere Zweitwerk mit Spannung erwarteten.

Die geschwärztere musikalische Grundierung wird vor allem im Refrain von „The crimson void“ deutlich und als Ganzes betrachtet offenbart der Song einen Metalcore-Track erster Güte, denn die Jungs graben nicht nur Oma´s Garten um, sondern holzen auch gleich den nächstgelegen Wald mit einer von den Gitarren getragenen Melodie nieder, die den Hörer wie die Spirale auf alten Vertigo-Platten in seinen hypnotischen Bann zieht. Im Großen und Ganzen ist „Let the tempest come“ aber ein Wechselspiel aus gebräuchlichen Metalcore-Phrasen und detaillierte Arbeit an den Instrumenten, die durch variable Shouts, die an Dani Filth von Cradle Of Filth erinnern und Growls von Frontsklave Hilleke begleitet und unterstützt werden.

Kurz vor Schluss verirrt sich sogar ein sanfter Instrumentaltrack („Life damages the living“) auf die Platte, der die Jungs von ihrer feinfühligen Seite zeigt. Vielleicht ist der Fünfer doch nicht so hart wie er vorgibt, zum Schluss gibt es jetzt auf jeden Fall noch eine Regel aus dem vorliegenden Bauernkalender: „If you stare into the void for too long / The void will stare into you“.

Anspieltipps:

  • Heavenhell
  • Paradigm Lost
  • The Crimson Void
  • Mechanisms Of Standstill
Neue Kritiken im Genre „Metalcore“
5/10

Ember To Inferno: Ab Initio
  • 2016    
6/10

Silence In The Snow
  • 2015    
Diskutiere über „Neaera“
comments powered by Disqus