Yellowish - So Bright - Cover
Große Ansicht

Yellowish So Bright


  • Label: Broken Silence
  • Laufzeit: 51 Minuten
Artikel teilen:
2/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Yellowish bedeutet gelblich - was assoziieren die meisten wohl mit der Farbe Gelb? In Zeiten der näher rückenden Fußball-WM denkt man vor allem an die Gelbe Karte. Das zweite Album „So bright“ der dänischen Band „Yellowish“ ist der Assoziation entsprechend eine Blutgrätsche direkt in den Gehörgang des ahnungslosen CD-Käufers. Man könnte sogar sagen, manche ihrer Lieder sind ein Fall für den Gelben Sack.

Die Musik der vierköpfigen Band aus Aarhus wird in Dänemark häufig in die Indiepop-Schublade gesteckt. Der erste Eindruck von „So bright“ ist allerdings ein anderer: Die Mischung aus Darkpop und Darkrock, die an „Nightwish“ und „Within Temptation“ erinnert, verursacht ein großes Fragezeichen im Kopf des Zuhörers: Indiesound? Fehlanzeige! Und wer bei „Within Temptation“ sofort die zu schrille opereske Stimme von Sharon den Adel im Ohr hat, liegt damit bei „Yellowish“ nicht falsch. Was das Hörerlebnis noch unerträglicher macht, ist die Tatsache, dass die bessere Alternative in Form der Vocalparts von Sänger und Gitarrist Aage Hedensted zum Greifen nah scheint. Immer wenn nur sein Gesang zu hören ist, machen „Yellowish“ einen ganz guten Eindruck. Das Interregnum der besser zum Sound passenden Stimme hält leider nie lange an. Während der Hörer zurück auf den Boden der Tatsachen geholt wird, schraubt sich Lauras Noszczyks dünnes Stimmchen in immer nervtötendere Höhen.

Angesichts dieses Singsangs, der in bester Tradition einer Feuerwehr-Sirene einen akustischen Tunnelblick verursacht, fällt es schwer, die Musik ernst zu nehmen und noch mal genauer hinzuhören, was „Yellowish“ sonst zu bieten haben. Der Selbstversuch zeigt: Die drei geplanten Singles „This is my direction“, das fröhliche „Unite“ und das bombastische „Awake“ sind im Kern nicht schlecht. Blendet man den weiblichen Gesang aus, sind durchaus gute Ansätze zu erkennen, wie zum Beispiel bei „Daydreams“, bei dem Laura weniger Gesangsparts hat. Dream-Pop mit U2-Anleihen in Gesang und Gitarrenspiel sind zwar wenig innovativ, aber eben doch ganz in Ordnung zum einmal Durchhören. Auch wenn dabei beim Hörer nicht viel hängen bleibt.

Produzent Ziggy, der schon mit der dänischen Death-Metalband „Illdisposed“ zusammengearbeitet hat, konnte da auch nichts mehr retten und wagte vermutlich die Flucht nach vorn. Denn unglücklicherweise sind die Vocals zu sehr in den Vordergrund gemastert, als das der Hörer selbst unter Aufbringung sämtlichen guten Willens dauerhaft in der Lage wäre, sich auf die soliden Teile von „So bright“ zu konzentrieren.

Fazit: Ohne die schrille Stimme von Laura wären ein paar Pünktchen mehr drin gewesen, denn sobald sie verstummt, wirkt der Sound von „Yellowish“ runder. Eines ist sicher: Eine Sirene à la Laura hätte Odysseus sicher nicht von seinem Kurs abgebracht. Solange sie bei „Yellowish“ an Bord ist, werden Erfolge jenseits von Dänemark wohl Seemannsgarn bleiben.

Anspieltipps:

  • This is my direction
  • Awake
  • Unite
Neue Kritiken im Genre „Rock“
Diskutiere über „Yellowish“
comments powered by Disqus