Matisyahu - Youth - Cover
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Matisyahu Youth


  • Label: Epic/SonyBMG
  • Laufzeit: 46 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Rechtzeitig zu den ersten Sonnenstrahlen liefert MatisYahu mit „Youth“ ein Album ab, das zu 100% nach Sommer schmeckt. 13 Tracks voller Lebenslust und Energie, chillige Songs für einen gediegenen Tag am Strand und groovende Tunes für die heiße Party am Abend. Es ist ein luftig-leichtes Reggae-Album mit angenehm viel Abwechslung. Darauf finden sich anheimelnde Stücke wie „King without a Crown“, welche durch ihre smoothe Rhythmik und zuckersüßen Melodien sofort ins Ohr wandern und sich dort für die nächsten Tage einnisten, und Lieder wie der Titeltrack, der durch verzerrte Gitarren und sphärische Klangflächen überrascht.

Mit „What I'm fighting for“ trumpft MatisYahu mit einer Akustikballade im Jamaica-Flair auf, was zwar ziemlich abgefahren klingt, dafür aber umso mehr Spaß macht. Doch das Komischste an der ganzen Sache ist mit Sicherheit die Tatsache, dass es sich bei MatisYahu nicht um einen rastalockigen Batikhemdenfan von der Insel des grünen Goldes handelt, sondern um einen jungen New Yorker in schwarzem Anzug, weißem Hemd, langem Bart und dunklen Löckchen, die sich um seine Ohren kringeln. Kurzum, es handelt sich um den weltweit einzigen jüdischen Reggaestar.

In den USA ist MatisYahu (eigentlich Matthew Miller) mittlerweile ein regelrechtes Phänomen, mit dem sich große Medien wie das Time Magazine oder das Wall Street Journal beschäftigen. Zum einen, da er seine chassidisische Religion gekonnt mit modernem Reggaegesang und Raps vermischt und dadurch einen ganz wichtigen Beitrag zur Verständigung der Religionen in den USA leistet, und zum anderen, weil seine Musik nicht charttauglicher sein könnte. Daher verwundert es kaum, dass sich auch seine Texte mit der jüdischen Konfession auseinander setzten: „Alle meine Lieder sind beeinflusst und inspiriert von der Lehre, die mich inspiriert. Ich möchte, dass meine Musik eine Aussage hat, dass sie die Leute erreicht und zum nachdenken bringt. Der Chassidismus besagt, dass die Musik die ’Feder der Seele’ sei. Die Musik berührt uns an einem sehr tiefen Punkt und spricht zu uns in einer Art und Weise wie es normale Wörter nicht können.“

Besser könnte Herr Miller seine Schreibkunst nicht umschreiben. Tiefgründig, spirituell und religiös sind die Botschaften, welche uns MatisYahu mit seiner Musik vermitteln möchte. Klingt langweilig? Ist es aber keinesfalls! Auch wenn die Tracks auf „Youth“ altbackene Titel wie „Jerusalem“ oder „Shalom Salaam“ tragen und ihre Inhalte recht offensichtlich zur Schau stellen, so ist und bleibt „Youth“ ein herrlich erfrischendes Reggaealbum für die heiße Jahreszeit. Also Leute packt die Badehose ein, ab an den See, aber vergesst diese Platte nicht. Ihr werdet es nicht bereuen.

Anspieltipps:

  • Youth
  • What I'm figthing for
  • King without a Crown
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