Vanilla Ninja - Love Is War - Cover
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Vanilla Ninja Love Is War


  • Label: Capitol/EMI
  • Laufzeit: 44 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Die drei Pop-Sternchen von Vanilla Ninja aus Estland sind spätestens seit ihrer Teilnahme beim Eurovision Song-Contest 2005, die sie sich mit ihrem zweiten Versuch (dieses Mal für die Schweiz) durch „Cool Vibes“ erspielten, ein Begriff im Showgeschäft. Zu viert im Jahr 2002 gestartet, feiern sie vor allem in ihrer Heimat und bedingt durch den achtungsvollen achten Platz beim Grand Prix in Deutschland große Erfolge, denen weder der zwischenzeitliche Skandal von Produzent David Brandes bezüglich Masseneinkäufen diverser Singles zur besseren Platzierung in den Charts noch die daraus resultierende dreiwöchige Chartsperre auf alle Titel wesentlich etwas anhaben konnte.

Anfang 2006 verließ die als Ersatz für Maarja Kivi in die Band gekommene Triinu Kivilaan Vanilla Ninja, wodurch sie seitdem als Trio fungieren und so auch ihr viertes Album „Love Is War“ vorstellten. Auf diesem mangelt es wieder einmal nicht an Ohrwürmern, welche durch einen rockigen, gitarrenlastigeren Sound quirlig aus den Boxen kommen. Es mangelt viel mehr an echten Höhepunkten, von denen man nicht mehr loskommt. So fährt das Album eine dreiviertel Stunde lang in relativ seichten Gewässern und entwickelt sich im Laufe der Spielzeit dennoch ganz ordentlich.

Die teilweise noch körperverletzenden Plastik-Keyboards werden in ihre Schranken gewiesen und durch schnittige Gitarren größtenteils ohrenfreundlich ersetzt. Davon kann „Dangerzone“ noch nicht wirklich profitieren, auch wenn der Song eine mitreißende Energie versprüht und nur „dank“ der arg aufdringlichen Keyboards weniger Potenzial offenbart. „The Band That Never Existed“ punktet als Semi-Ballade, in der harmonische Gitarrenläufe und ein ebensolcher Gesang für gehörigen Wohlklang sorgen.

Zwischen den üblichen Single-Vertretern wie „Rockstarz“ oder „Black Symphony“ gibt es immer wieder Momente, in denen Vanilla Ninja melancholische, tief greifende Stimmungen erzeugen und den vermeintlichen Plastik-Pop-Vorwurf im Keim ersticken. Und so mausern sich Vanilla Ninja langsam aber sicher zu einer richtigen Band, die an ihrem Traum festhält und tollen Pop massentauglich in die Runde wirft. Dass dabei einiges allzu belanglos an einem vorbeirauscht, sollte nicht weiter stören, wenn gerade die Balladen so manches Herz erobern.

Anspieltipps:

  • Shadows On The Moon
  • Black Symphony
  • Bad Girls
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