Nathalie Tineo - Licht Und Schatten - Cover
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Nathalie Tineo Licht Und Schatten


  • Label: Hansa/SonyBMG
  • Laufzeit: 48 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Tötensens Finest, Der King of the Koppel, der Pop-Titan, das Ohr Deutschlands und der Mann der Hammer-Sprüche™ hat wieder zugeschlagen! Bei der Überprüfung der Chromosomenkette von Nathalie Tineo hat sich nämlich ergeben: Die Frau hat ein Gen für Musik und gehört gefälligst von Uns-Dieter (Bohlen) produziert.

Okay, dazu sagen inzwischen nicht mehr allzu viele Künstler ja, aber Frau Tineo hat es getan. Zumindest bei einem Song ganz offiziell („Ich liebe dich“). Die restlichen Lieder ihrer Debütplatte hat dagegen ein gewisser Marcel Mardello für sie geschrieben und getextet. Aber dass sich hinter diesem Pseudonym ebenfalls Dieter Bohlen verbirgt, bedarf keiner großen Recherchen. Dennoch: Gute Idee, Herr Bohlen ist nämlich zurzeit so angesagt wie Regen im Sommer.

Überspringt man den üblichen Biographiekäse der 24-Jährigen, bleibt hängen, dass Nathalie bereits ein recht bekanntes TV-Gesicht ist, das in den TV-Serien „Alphateam“ (Sat.1), „Tatort“ (ARD) sowie in „Die Schule am See“ (ARD) zu sehen war. Mit diesem optischen Vorteil hat Nathalie Tineo natürlich sehr gute Voraussetzungen für eine Musikkarriere, siehe auch Jeanette Biedermann und Yvonne Catterfeld. So verwundert es dann auch nicht, dass das Songmaterial für Frau Tineo frappierende Ähnlichkeiten mit den Songs aufweist, die Dieter Bohlen für Yvonne Catterfeld geschrieben hat. Nun gut, Bohlen-Lieder klingen sowieso immer irgendwie gleich. Das zählt als Argument fast schon nicht mehr. Aber wenn man noch heranzieht, dass auch Nathalie Tineo auf deutsch singt, sind die Parallelen kaum von der Hand zu weisen.

Da ist es dann vollkommen wurscht, ob Yvonne „für dich die Wolken weiterschiebt“, Alexander Klaws heute Nacht genommen werden will oder Nathalie „immer nur dich, dich, dich braucht!“ – die Stücke klingen wie erwartet komplett austauschbar und wie zum siebten Mal wiedergekäut. Ob groovy („Sei so wie du bist“) oder balladesk („Liebe bleibt nicht“), Dieter Bohlen schmiert auch diesem wehrlosen Gesangstalent seine immergleichen Melodien aufs Brot. Das geht sogar soweit, dass „Ohne dich“ und „Engel“ auf dieselben Harmonien wie „Für dich“ von Yvonne Catterfeld zurückgreifen. Lediglich das Tempo wird leicht variiert. Wie peinlich ist das bitte?

Aber das ist noch nicht alles. Gleich die nächsten Stücke sorgen für weitere Déjà-vu-Erlebnisse. „Die Zeit des Glücks“ ist eine eingedeutschte Coverversion des Atomic-Kitten-Hits „Whole again“ – so ist zumindest zu hoffen, denn Credits für die Originalautoren sucht man im Booklet vergebens. Als nächstes klaut „Nebelmond” unverfroren die Gitarrenlicks bei „More than words“ (Mr. Big) und irgendwie hat Chris Rea vor gefühlten hundert Jahren einen Song namens „Driving home for christmas“ geschrieben, der jetzt als „Bitte, bitte bleib“ eine heimliche Wiederauferstehung feiert. Tja, und wieder fehlt der Hinweis, dass sich Dieter Bohlen diese Harmonien NICHT ausgedacht hat. Und wer sucht, wird garantiert weiter fündig. Stichwort: „Wie ein Blatt im Wind“. Danach sollte man sich dringend mal „Where is the love“ von den Black Eyed Peas anhören. Aber ganz genau hinhören! Der Dieter ist nämlich ein echter Können in solchen Dingen. Ha, so ein Spaß aber auch!

Kann das wahr sein? Was läuft hier falsch? Warum darf der das? Keine Ahnung. Aber Ende Juli erscheint eine neue „Best Of“-CD von Moden Talking. Was das mit Nathalie Tineo zu tun hat? Raten sie mal...

Anspieltipps:

  • Nebelmond
  • Ich liebe dich
  • Immer nur dich
  • Ich kann nicht schlafen
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