The Feeling - Twelve Stops And Home - Cover
Große Ansicht

The Feeling Twelve Stops And Home


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 56 Minuten
Artikel teilen:
4/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Ganz tief durchatmen bitte, denn diese Band traut sich wirklich was! Nein, nicht dass sich The Feeling aus Sussex, England eindeutig zur Popmusik bekennen. Das ist schon in Ordnung. Aber das Quintett verrät ganz freimütig seine Einflüsse, die es auf dem Debüt „Twelve Stops And Home“ verarbeit hat. Und zwar Supertramp, ELO, Abba, Queen, Beach Boys und 10cc. Himmel, wie schrecklich ist das denn? Das geht ja gar nicht! Doch das ist den Herren Dan Gillespie (Gesang), Paul Stewart (Drums), Kevin Jeremiah (Gitarre), Ciaran Jeremiah (Keyboards) und Richard Jones (Bass) – alle zwischen 25 und 27 Jahre alt – offenbar herzlich egal.

Angeblich ist „die Zeit der heimlichen Lieblingssongs vorbei! Heute darf man Andrew Gold, ELO, Supertramp oder 10cc mögen und dazu stehen. Es ist ein wirklich befreiendes Gefühl!“, sagt Sänger Dan Gillespie. Ob er sich da mal nicht vertan hat. Denn zu diesem Mut gehören nämlich auch gute Songs, die das merkwürdige Schauspiel rechtfertigen. Ihre Plattenfirma hält jedenfalls große Stücke auf die Jungs, die sich schon seit 13 Jahren kennen und als Cover-Band angefangen haben. Für sie sind Songs wie „Fill my little world“, „Never be lonely“ und „I want you now“ mit ihren minimalen Melodien und Sonnenschein-Harmonien todsichere Smash-Hits. Doch woher kommt dieses ungewöhnliche Selbstvertrauen?

In den Charts haben The Feeling noch nichts bewiesen. Und das Album langweilt schon nach kurzer Zeit mit seichten Liedchen, aufgesetzter guter Laune und massenhaft abgekupferten Details. Dagegen sind The Darkness ein echter Segen, da sie sich selbst nicht ernstnehmen. The Feeling ziehen ihr belangloses Trallala dagegen todernst durch und ziehen eine Schleimspur sondergleichen hinter sich her. Dabei kann man der Band noch nicht mal absprechen, dass sie eine Hand voll guter Songs auf ihrem Album hat. Aber in geballter Form ist dieser Softpop-Ausritt in die 80er Jahre mit leichtem Sixties-Einschlag kaum zu ertragen. Deshalb: Wer schon einen James Blunt nicht leiden kann, wird diese Gruppe wahrscheinlich abgrundtief hassen.

Anspieltipps:

  • Loveit when you call
  • Blue Piccadilly
  • Kettle’s on
  • Anyone
  • Strange
Neue Kritiken im Genre „Pop“
Diskutiere über „The Feeling“
comments powered by Disqus