Al Di Meola And Friends - Vocal Rendezvous - Cover
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Al Di Meola And Friends Vocal Rendezvous


  • Label: SPV Recordings
  • Laufzeit: 50 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Aus der Sparte „alternder Gitarrenvirtuose versucht verjüngende Frischzellenkur mittels mehrerer Gastauftritte derzeit angesagter Stars“ präsentiert der 52-jährige Jazzrock-Gitarrist Al Di Meola auf seinem neuen Album „Vocal Rendezvous“ eine Zusammenarbeit mit Angie Stone, Macie Gray, Xavier Naidoo, MC Solaar, Beverly Knight, Bosson, No Mercy, Till Brönner und dem russischen Sänger Leonid Agutin, nachdem er sich auf älteren Veröffentlichungen eher mit Altersgenossen wie Paul Simon, Jimmy Page, Stevie Wonder, Frank Zappa, Steve Winwood oder Santana die Songs geteilt hat. Im Gegensatz zu letzterem, mexikanischem Zupfkollegen blieb Meola der längerfristige, weltweite Erfolg vorenthalten und den kommerziellen Höhepunkt markierten schon seine ersten drei Alben „Land of the midnight sun“ (1976), „Elegant Gipsy“ (1977) und „Casino“ (1978), die den größten Teil seiner insgesamt verkauften Platten einnehmen (zum Vergleich: Santana verkaufte allein mit dem Comeback-Album „Supernatural“ vor sieben Jahren etwa das Vierfache an Tonträgern im Vergleich zu Meola und stellte mit der Auszeichnung von neun Grammys für dieses Werk einen neuen Rekord auf).

Nicht verwunderlich, dass der ehemals „schnellste Gitarrist der Welt“ wieder an alte Erfolge anknüpfen will und sich dadurch von dieser Riege an internationalen Musikerkollegen unterstützen lässt. Den Auftakt dazu macht „Shame“, das zusammen mit Sänger Joe einen gediegenen R´n´B-Groover abgibt und auch gleich die richtige Dosis Eingängigkeit versprüht, die sich durch den Rest des Albums ziehen wird, denn einen Hit in den Charts kann keiner verschmähen. Danach wechseln sich Macy Gray und Angie Stone gut gelaunt in „I tried“ ab, bis Xavier Naidoo mit „Schall und Rauch“ zu den behutsamen, einschmeichelnden Gitarrenlinien von Meola eine Liebeserklärung zum Besten gibt. Bevor Beverly Knight und MC Solaar zur gemeinsamen „Communication“ aufrufen, erklingt der erste Instrumental-Track „Topaz“ und im Anschluss darf nochmals Angie Stone ans Mikro und intoniert zu süßlichen Background-Klängen den Song „That´s the truth“.

Mit „Never never never“ wird das Tempo etwas höher geschalten, wenn der schwedische Shooting-Star Bosson (2001 hatte dieser den Hit „One in a million“) zu flotten Rock-Sound die Stimme erhebt. Wieder aus der Versenkung zurückgekehrt sind No Mercy, die in den 90er Jahren mit Hits wie „When I die“ und „Where do you go“ die Charts dominierten und hier im lateinamerikanisch angehauchten „You are the one“ die charmanten Verführer geben. Zwischen den zweiten und den dritten instrumental gehaltenen Stücken „Syncopatico“ und „Different pages“ mischt sich das Duett mit dem deutschen Jazz-Trompeter Till Brönner „Rendezvous Rhapsody“, das mit dem Streicherensemble gegen Schluss eine Spur zu kitschig ausgefallen ist. Abschließend gibt es einen Abstecher nach „Cuba Africa“, das in der Form schon auf der Kollaboration „Cosmopolitan life“ (2005) mit dem aus Russland stammenden Leonid Agutin aufgenommen wurde.

„Vocal Rendezvous“ ist wirklich ein netter Zeitvertreib mit einer Mischung aus unaufdringlichen und eingängigen Songs, die sich abgesehen von ihrer Gesinnung im Hörgang einnisten oder nach der durchschnittlichen Dauer von vier Minuten wieder aus demselben verschwinden. Ursache dafür ist die zu brave musikalische Umsetzung, der Meola zwar versucht ist Pep zu verleihen, da er sich aber dennoch über weite Strecken zurückhält, werden die neun Songs, in denen Gaststars auftreten, fast ausschließlich von diesen dominiert und für wahrhaftige Meola-Fans ist dieses Manko sicherlich bedauerlich.

Anspieltipps:

  • Shame
  • Different Pages
  • Communication
  • Never Never Never
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