Clueso - Weit Weg - Cover
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Clueso Weit Weg


  • Label: Four Music/SonyBMG
  • Laufzeit: 57 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Man findet Reggae, HipHop und Soul in wohldosierten Mengen, welche immer im Pop geerdet sind.

Clueso ist wieder einmal so ein Künstler, der sich dank Stefan Raabs Bundesvision Song Contest über erhöhte Aufmerksamkeit freuen darf, obwohl weit vor seinem Auftritt in besagter Show mit dem herzerwärmenden Beitrag „Kein Bock Zu Geh´n“ schon einiges in Cluesos Kosmos passiert ist. 2001 enterte der Thüringer die hiesige Musikszene mit seinem Album-Debüt „Text Und Ton“, während er für sein zweites Album „Gute Musik“ (2004) mit Ralf Meyer zusammenkam, der u. a. schon Xavier Naidoo sowie die Fantastischen Vier gemischt hat und Cluesos songwriterische Fähigkeiten noch mehr herausforderte, wie das aktuelle Werk „Weit Weg“ ebenso beweist. Texte, die sich keinem billigen Hip Hop-Klischee hingeben, sondern ganz nah und direkt an seiner Persönlichkeit sind, verzieren einen Longplayer, welcher weder Genre-Grenzen noch Langeweile kennt.

So startet die CD mit „Frische Luft“ auch überaus entspannt und kurzweilig. Wunderbares, sanftes und doch ungemein groovendes Drumming verbindet sich mit leichten, elektronischen Beigaben und akzentuierten Gitarren, welche von Cluesos warmer Stimme in sonniger Manier eingerahmt werden. Der Blick wendet sich bei „Sterblich“ ein Stückchen mehr in Richtung Tanzfläche, denn angespornt von leichtfüßigen Gitarren sowie treibenden Grooves lenkt Clueso seine unperfekten und gerade deswegen so charmanten Vocals in wortspielerische Hip Hop-Regionen, ohne jemals den beherzten Soul abzugeben. Mit bester Freundeskreis-Geste greift Max Herre in „Da Wohnt So´n Typ“ zum Mikro und harmoniert seelenvoll mit dem Thüringer. Zwischen Reggae-Elementen erfreuen uns Bläsereinsätze und ein Refrain, der sich aus dem entspannten Korsett zu befreien scheint und voller Dynamik den Staub von der Seele abstreift.

Das bereits als Single veröffentlichte „Chicago“ punktet auf ganzer Linie und setzt sich in Sachen Ohrwurmfähigkeit an die Spitze dieser wohl ausgefeilten und dennoch sehr zugänglichen Scheibe. Kein Song, der ohne einschmeichelnde Momente auskommen muss und kein Detail, welches nicht das gestresste Gemüt ausbalanciert. Man findet Reggae, HipHop und Soul in wohldosierten Mengen, welche immer im Pop geerdet sind und gütigerweise ohne Dicke-Hosen-Mentalität auskommen. Es regiert die Leichtigkeit und der Sinn für Blicke in benachbarte Genres, wie z.B. „Hirn Ein“ mit Rock-Parts beweist. Auch wenn nicht jeder Song für alle Ewigkeit in die Bestenlisten eingeht, sind es immer wieder musikalische Finessen und die Gesamtstimmung einer wahren Sommer-Platte, welche entzücken und die Lust auf „Weit Weg“ auf´s Neue entfachen.

Anspieltipps:

  • Frische Luft
  • Schwer
  • Chicago
  • Überall Bist Du
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