Metric - Live It Out - Cover
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Metric Live It Out


  • Label: Lado/SPV
  • Laufzeit: 46 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Was hat uns Kanada in den letzten Monaten nicht für grandiose und eigenständige Alben neuer und altbekannter Künstler und Musikergruppen beschert? Angefangen von „Set yourself on fire“ von den Stars über das selbstbetitelte, konsonante Dissonanz-Werk der Broken Social Scene hin zu den schaurig-schönen Klängen von „Funeral“ von Arcade Fire bis zum „Cinematic photographer“ von The Most Serene Republic. Ihren Siegeszug fortsetzen, der schon 2003 mit der Veröffentlichung des Debüt-Longplayers „Old world underground, where are you now?” sowohl seitens der Presse Zuspruch fand als auch eine große Fanbasis schuf, will die Band Metric, die, bestehend aus Emily Haines (Gesang, Synthesizer), Jimmy Shaw (Gitarre), Josh Winstead (Bass) und Joules Scott-Key am Schlagzeug, nun mit „Live it out“ ihre zweite LP vorlegt, die nach dem Release im September letzten Jahres in den USA und Kanada jetzt international für Furore sorgen soll.

Mit zehn Songs, die zwischen Pop, Rock, Elektro-Spielereien und subtiler Erotik pendeln, soll dies geschehen, doch ganz so einfach wird das angesichts des steril und kühl gehaltenen Materials nicht werden. Zu berechnet und vor sich hin mäandernd gebärden sich gut die Hälfte der Songs und lösen trotz des flotteren Tempos nur selten eine ansteckende Regung beim Hörer aus. Dabei legt der Opener „Empty“ richtig unerwartet los und zerschmettert den fragilen Gesang von Haines nach zwei Minuten mit einer Rock-Explosion und macht richtig Lust auf mehr. „Glass ceiling“ kann der positiven Erwartung allerdings nicht standhalten und verkommt durch monotone Untermalung genauso wie das nachfolgende „Handshakes“ durch die Neudefinition von sirenenhaftem Gesang (Haines heult ein paar Mal mehrere Sekunden lang während des Songs wie eine Feuerwehrsirene) zu einem nervigen Füller.

Erst die verspielte Gitarre in „Too little too late“ und „Poster of a girl“, das sich beschwingt mit düsteren Synthie-Klängen, fidelem Schlagzeug und einem zaghaftem Aufbau präsentiert, geben sich dem besseren Teil der Platte hin. Das „Monster hospital“ und „The police and the private“ bieten daraufhin nur kurzweiliges Vergnügen und der „Patriarch on a Vespa“ verläuft sich zusehends im Nirgendwo. Wie ein wunderschön gewobener Klangteppich breitet sich dann „Ending start“ aus und geleitet den Hörer frühzeitig zum Ausgang, dieser wird allerdings vom eigentlichen, regulären Rausschmeißer „Live it out“ noch einmal wachgerüttelt, bis das „Monster hospital“ ein zweites Mal im „Mstrkrft Remix“ einen Besuch gewährt. Ebenfalls enthalten sind die Videos zu eben genanntem Song und zu „Poster of a girl“, in denen Emily Haines optisch begutachtet werden kann und wahrlich keine schlechte Figur macht. Zumindest eindeutig eine bessere als einige Tracks auf „Live it out“.

Anspieltipps:

  • Empty
  • Ending Start
  • Poster Of A Girl
  • Too Little Too Late
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