Nouvelle Vague - Bande A´Part - Cover
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Nouvelle Vague Bande A´Part


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 55 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Dieses Projekt namens Nouvelle Vague ist ein Wagnis, welches vollends als gelungen zu betrachten ist.

Die beiden Franzosen Marc Collin sowie Olivier Libaux kamen 2003 auf die erst einmal verstörende Idee, New Wave/Punk-Klassiker aus den immer wieder hippen 80´ern im Bossa Nova-Stil (a.k.a. Kaffeehaus-Musik) neu erklingen zu lassen. Während die Idee schnell konkrete Formen annimmt und bereits erste Sängerinnen ins Studio eingeladen werden, beschließt das Duo für Nouvelle Vague (was im englischen Sprachgebrauch nichts anderes als „New Wave“ heißt) nur Vokalistinnen zu wählen, welche die Originale von The Clash, The Cure, Depeche Mode, Killing Joke und anderen nur wenig bis gar nicht kennen.

Collin und Libaux sind dagegen eng verbandelt mit den Helden ihrer Jugend und diese Liaison sorgt dafür, dass das selbstbetitelte Debüt (2004) allerorten wohlgesonnen aufgenommen wird und vom Punk bis zum Musikwissenschaftler verschiedenste Menschen die folgenden Konzertreisen besuchen. Teil Zwei der wagnisreichen Reise Nouvelle Vagues kommt mit „Bande Á Part“ passend zum anstehenden Sommer und modifiziert dieses Mal Stücke u. a. von Billy Idol, Yazoo, Blondie, New Order bis zur Unkenntlichkeit und erfrischt, wie schon der Erstling, durch luftiglockere, zurückgelehnte Arrangements.

Man muss schon mindestens dreimal hinhören, um New Orders Evergreen „Blue Monday“ in der fast schon samba-artigen Version zu erkennen und lieben zu lernen. Genauso verhält es sich mit allen anderen Tracks auf „Bande Á Part“, die dem Original entsprechend mal düster und mystisch verklärt auftrumpfen (Bauhaus, „Bela Lugosi´s Dead“) oder wie im Fall von „Don´t Go“ (Yazoo) elegant swingend mit variablen Percussion-Einsätzen sowie strahlender Akustikgitarre in´s Ohr gleiten. Ein Glockenspiel offenbart bei „Dancing With Myself“ (Billy Idol) eine romantisch spielerische Ausstrahlung, die im folgenden „Heart Of Glass“ (Blondie) dank Blues-Anleihen und Schifferklavier nochmals an Zauber gewinnt.

Überhaupt ist der Zauber mit einer durch Ziehharmonika, Klavier, balsamartigen Percussions und anderen Schönheiten des Instrumentariums begünstigten Magie ausgestattet, die durch außergewöhnliche, von elegant, lasziv bis hin zu naiv interpretierten Gesangseinlagen akustische Farbcollagen an den Hörer weitergibt und dennoch manchmal über das Ziel der nonkonformen Coverversionen hinausschießt bzw. direkter gesagt, der nach mehrmaligem, aufmerksamen Hören nur schwer zu vermeidenden Trägheit der zurückgelehnten Bossa Nova-Spielart zum Opfer fällt. Dennoch ist dieses Projekt namens Nouvelle Vague ein Wagnis, welches vollends als gelungen zu betrachten ist und dessen Reiz durch die abstrahierten, doch eindringlichen Versionen zur Entfaltung kommt.

Anspieltipps:

  • Dancing With Myself
  • Heart Of Glass
  • Bela Lugosi´s Dead
  • Waves
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