Sylver - Crossroads - Cover
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Sylver Crossroads


  • Label: Zeitgeist/Universal
  • Laufzeit: 42 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Bestehend aus Sängerin Silvy De Bie und Songschreiber/Produzent/DJ Wout Van Dessel erklimmen Sylver seit ihrem erstem Album „Chances“ (2001) mit der im Vorlauf veröffentlichten Hit-Single „Turn The Tide“, die auch heute noch den meisten Dance-Jüngern tief im Gedächtnis sein sollte, in regelmäßigen Abständen die Top-Positionen der Single- sowie Album-Charts, ohne eine von vielen durchgereichten Projekten zu sein. Sylver sind eine Band, die melancholische Balladen genau so wie euphorische Floorfiller perfektioniert hat und ohne aufgesetzt wirkende Coverversionen, wie sie viele ihrer Mitstreiter in diesem Genre ohne Reue auf den Markt werfen, auskommen.

Zumindest bisher, denn nach den immer ausgefeilteren Werken „Little Things“ (2003) sowie „Nighttime Calls“ (2004) verwunderten Sylver kürzlich mit der ersten Single aus dem nun vorliegenden Album „Crossroads“. „Lay All Your Love On Me“ heißt sie und ist natürlich ein Cover der Nordlichter Abba. Wer jetzt allerdings auf kommerzielles Kalkül wettet, liegt falsch. Schon lange lag dieser Song nämlich in den heiligen Produktionshallen und wird nach langjährigen Zweifeln, ob man diesen Schritt gehen kann, zur Begutachtung freigegeben. Erleichtert nimmt man darüber hinaus zur Kenntnis, dass Sylver noch lange nicht zum Dance-Einheitsbrei des MTVIVA-Airplays abgestiegen sind.

Gleich als Opener tritt nun also das zu Tage, was für Sylver lange ein Buch mit sieben Siegeln war: eine fremde Komposition auf den Sound des belgischen Duos zu übertragen. Wundervolle Synth-Flächen, die im Trance ihr zuhause haben, treffen auf treibende Beats und den glasklaren, in himmlischer Schönheit erstrahlenden Gesang von Silvy. Die Mission ist zwar nicht meisterlich, aber doch zufrieden stellend gelungen. Thematisch etwas daneben gegangen ist der Text zu „One Night Stand“, welcher Silvy als nächtliche Powerbraut dastehen lässt und ein wenig zu simpel mit dem Thema „Sex ohne Liebe“ umgeht. Da wir hier ja aber nicht beim lyrischen Quartett sind, erfreuen wir uns einfach an pumpenden Sequenzern, einer tollen Dynamik und einem Hit-Faktor, der nur vom anschließenden „Dance With Loneliness“ getoppt werden kann. Die alte, unnachahmliche Sylver-Schule, welche besonders in diesem Fall äußerst mitreißend und eingängig durchscheint, ist der Schlüssel zu Songs, die einen einfach nicht kalt lassen können.

Dass auch sanfter Pop zum Sylver-Kosmos gehört, hört man der sensibel gleitenden Ballade „Lovesong“ an, welche zurückhaltend instrumentiert die ganze Kraft aus den herausragend emotionalen Vocals von Silvy De Bie nimmt und an grauen Tagen die Seele mit ganz viel Herzblut erhellt. Ein Großteil der zweiten Hälfte von „Crossroads“ verliert sich dann jedoch etwas zu sehr in experimentellen Sounds und lässt einen echten Hinhörer vermissen. Zwar sind die oldschooligen Beats, die groovende Gitarre und der Soul von „On My Own“ überraschend und erfrischen zum richtigen Zeitpunkt. Im Endeffekt lechzt man dennoch nach der faszinierenden ersten Hälfte der Scheibe und erfreut sich somit an der Erfindung der CD, in dem man sich großartige Tracks wie „Why“, „Dance With Loneliness“, „Lovesong“ und „On My Own“ herauspickt und weiter über diese ausdrückliche Faszination von Sylver sinniert.

Anspieltipps:

  • Lovesong
  • On My Own
  • Dance With Loneliness
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