Mike Leon Grosch - Absolute - Cover
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Mike Leon Grosch Absolute


  • Label: Hansa/SonyBMG
  • Laufzeit: 55 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Zweitplazierte der dritten „Deutschland sucht den Superstar“-Staffel (DSDS) heißt Mike Leon Grosch und präsentiert sein Debütalbum. Der 29-Jährige setzte sich in diesem Fernsehwettbewerb gegen 14.000 Bewerber durch und musste sich nur Tobias Regner geschlagen geben. Produziert wurde eine Hälfte des Albums von Peter Ries (No Angels, 'N Sync, Culture Beat) in Frankfurt und die andere von Berndt Wendland (Silbermond, Bell, Book & Candle) in Berlin. Die dreizehn Songs stammen alle aus fremder Feder. Michelle Leonard hat schon für Vanilla Ninja und Joachim Witt komponiert. Bryan Adams sowie Eric Clapton stellen Covermaterial bereit und Grosch-Vorbild Laith al Deen steht auch auf der Komponistengästeliste.

Der Opener „This Ride“ zeigt eindeutig Hitpotenzial: Die Akustikgitarrenmelodie und Mike Leons sanfte Stimme tragen den Song und machen Hoffnung auf mehr. Nach dem eher ereignisarmen „Confessional“ erfreut die Vorabsingle „Don't let it get you down'“ den Hörer, denn das ist gut gemachter Schmusepop, der zu Recht Erfolg hat. Nach diesem guten Auftakt wird dann aber schnell klar, dass mit zunehmender Spieldauer nur noch Schmachtpopeinheitsbrei ohne größere Höhepunkte serviert wird. Man kann alle Songs einzeln anhören, aber die geballte Ladung Kaufhausmusik ist schwer zu ertragen. Mike Leon Grosch kann eindeutig singen, aber nur ruhige Herz-Schmerztracks verursachen wirklich keinen durchgehenden Hörspaß und die glattpolierte Produktion verschluckt auch noch Groschs Ausdrucksfähigkeit.

Der Song „Ordinary Love“ stammt von Laith al Deen und erstaunt mit einem englischen Text, den der erfolgreiche Sänger sonst tunlichst vermeidet. Die etwas rockigere Gangart und die Tempowechsel machen das Stück zu einem der besseren auf diesem Silberling. Eric Claptons „Wonderful tonight“ ist natürlich ein Klassiker, der aber in diesem Balladenwust untergeht. Der Schlusssong „Helpless when she smiles “ klingt wie ein Mischung aus Patrick Swayzes „She's like the wind“ und Grosch größtem Vorbild Seal mit „Kiss from a rose“.

Ein Schnellschuss-Longplayer mit sattsam bekannten Popschnulzen kann bestimmt nicht den Kritikerpreis gewinnen, aber immerhin mit geschickten Singleauskoppelungen die erwartete Verkaufsernte einfahren. Schade, wieder wurden die meisten Vorurteile über Castingstars bestätigt. Immerhin taugt die CD garantiert zur Hintergrundberieselung. Es gibt aber sicher noch Hoffnung, dass Mike Leon Grosch eigenständiger und mutiger in seiner Produzentenwahl und Songauswahl wird, dann könnte er seine Stimme noch variabler nutzen und für die dringend notwendige Abwechselung sorgen.

Anspieltipps:

  • This Ride
  • No Ordinary Love
  • Don't Let It Get You Down
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