The Beautiful South - Superbi - Cover
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The Beautiful South Superbi


  • Label: Epic/SonyBMG
  • Laufzeit: 48 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Das neuen Album der britischen Band The Beautiful South ist am 15 Mai 2006 erschienen. Zumindest in England. Denn wer in Deutschland ab Mitte Mai in den Plattenladen marschierte und einen Verkäufer nach „Superbi“ fragte, erntete nur hilfloses Kopfschütteln. Über die gängigen Internet-Kaufhäuser war die Platte dagegen problemlos zu beziehen. Ein Fall von undurchsichtiger Plattenfirmenstrategie, mit der erneut ein Album als Import mehr oder weniger heimlich in den Verkauf ging, um schon mal die beinharten Fans der Gruppe zu befriedigen. Der Otto-Normal-Käufer darf sich dagegen auf den 25. August freuen. Dann – drei Monate später – steht „Superbi“ endlich offiziell in den deutschen Läden.

„Superbi“ ist der Nachfolger des Ende 2004 erschienenen Cover-Albums „Golddiggas, Headnodders & Pholk Songs“, das der Band Gelegenheit gab, etwas durchzuatmen und vom typischen Album/Tour/Album-Stress wegzukommen. Und es ist das erste Werk mit eigenem Material nach „Gaze“ (01/2004). Die Songs schrieb Paul Heaton während seines Urlaubs auf den Kanarischen Inseln. Fremdartige Einflüsse bzw. Experimente muss man aber nicht befürchten. Das Sextett bleibt sich auch auf seinem zehnten Album treu und liefert 12 handgemachte Popsongs im unverwechselbaren Beautiful-South-Stil ab.

Herausragend sind dabei wie immer die feinsinnigen, humorvollen und nicht immer jugendfreien Texte Paul Heatons, die den Hörer sofort zum Zuhören zwingen. Verpackt in federleichte Popmusik („Manchester“), die diesmal z.B. mit Dobro, Banjo und Pedal Steel Gitarre wie in „The rose of my cologne“ und „Never lost a chicken to a fox“ verfeinert wird, bewegt sich das Musiker-Konglomerat aus Hull wieder auf der absolut sicheren Seite. Denn damit haben The Beautiful South in ihrer Heimat mehr als 15 Millionen Alben verkauft, während man die Band hierzulande unverständlicher Weise nur von einzelnen Radiohits kennt.

„Superbi“ ist im direkten Vergleich mit Alben wie „Choke“ (1990) und „0898“ (1992) sicher kein Meisterwerk. Dazu hätten allzu gefällige Leichtgewichte wie z.B. „The next verse“ und „Meanwhile“ noch eine Spur mehr musikalischer Würze bedurft. Dennoch haben die Engländer auch auf diesem Album ein paar ganz vorzügliche Stücke „versteckt“. Das fröhlich treibende „Space“ oder das verträumte „Bed of nails“ etwa. Das reicht wieder für ein angenehmes Popalbum, mit dem sich keine Bäume ausreißen, aber viele Fans befriedigen lassen.

Anspieltipps:

  • Space
  • Bed of nails
  • There is song
  • The rose of my cologne
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