Die Anarchistische Abendunterhaltung - Domestic Wildlife - Cover
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Die Anarchistische Abendunterhaltung Domestic Wildlife


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 58 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Keine laute Gitarren! Keine scheppernden Drums! Hier geht es um Kunst, Avantgarde, Jazz, die berühmten schrägen Töne und merkwürdige Songtitel wie „Rabbit eye movement“, „Lost soles“ und „Wish you were hit“. Vorgetragen werden diese von einer Gruppe aus dem belgischen Antwerpen, die sich nach einem Hermann-Hesse-Zitat benannt hat.

Mittlerweile besteht „Die Anarchistische Abendunterhaltung“, kurz DAAU, aus sechs Musikern: Buni Lenski (Violine), Simon Lenski (Cello), Han Stubbe (Klarinette), Roel van Camp (Akkordeon), Geert Budts (Drums) und Fré Madou (Bass). Und die Herren meinen das, was sie auf ihrer fünften Platte namens „Domestic Wildlife“ praktizieren, zu 100% ernst. Darauf servieren die Belgier dem Hörer nämlich einen total abgefahrenen Ritt durch Geräusche, Melodieansätze und wilde Breaks, verteilt auf elf Stücke und 60 Minuten Spielzeit.

Da braucht der gemeine Rock- und Pophörer auf jeden Fall ein dickes Fell, denn wer sich nicht vorstellen kann, wie Akkordeon, Cello, Klarinette und ein hoppelnder Double-Bass völlig frei von Gesang und klaren Strukturen zusammen klingen, könnte einen schweren Schock erleiden. Ganz grob gesagt – aber ohne Gewähr! – ist dies eine Mischung aus Jazz-Punk, Klassik, Electronica und Volksmusik. Aber so richtig definieren lässt sich das Gehörte auf „Domestic Wildlife“ nicht.

Ein klassisches Album, bei dem die meisten Kritiker in die Knie gehen und vor dem Output des Künstlers kapitulieren oder pseudo-wichtig daherschwafeln und detailgenau erklären wollen, was sich die Musiker gedacht haben könnten. Also warum das Maul verbrennen? Einfach selber ausprobieren. Aber hinterher nicht meckern, wenn diese Platte die Anmut eines ein in schwarz-weiß gedrehten Autorenstummfilms hat, der im Nachtprogramm des öffentlich-rechtlichen Fernsehens versteckt wird, um die GEZ-Gebühren zu rechtfertigen. Und wenn jetzt jemand „Kult“ sagt, gibt es die Rote Karte!

Anspieltipps:

  • Aufhören
  • Highway tiger
  • Wish you were hit
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