Seachange - On Fire, With Love - Cover
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Seachange On Fire, With Love


  • Label: Glitterhouse/Indigo
  • Laufzeit: 41 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Debüt von Seachange „Lay Of The Land“ führte im Jahr 2004 so manche persönliche Hitliste an und gab sich als stilistisch vielfältige Angelegenheit aus verschrobenem Indie-Rock, Folk und war durchgehend mit der Eingängigkeit von Pop gesegnet. Größere Tourneen mit Guided By Voices und Pretty Girls Make Graves in Amerika sowie Clubshows in Europa ebneten Seachange einen Weg, den sie nun mit ihrem Zweitling „On Fire, With Love“ weitergehen und mit Charme ihre Eigenständigkeit und den Willen zum Übersong unterstreichen.

Als ungünstiger Schachzug stellt sich die Tatsache heraus, dass eine Vielzahl der großen Momente gleich zum Anfang des Longplayers verbraucht werden und somit die Platte zum Ende hin etwas an Wiedererkennungswert und leider auch an Qualität verliert. Doch beginnen wir mit dem Auftakt, der dank „Annie, Taeoma“, „Battleground“ und „No Backward Glances“ gehörig mitreißt und den Hörer förmlich an die Lautsprecher fesselt. Melodische Gitarren verbinden sich im Opener mit schwungvollen Drums und entfachen eine beachtliche Leidenschaft, wenn ein Hauch Noise Einzug hält und Feedback-Orgien zwischen hochmelodischen Parts zu emotionalen Wanderungen einladen.

Die angenehm intonierten, leicht disharmonischen Vocals schmücken „Battleground“, in dem die krachigen Elemente des Openers seltener auftauchen und eher eine sanfte Schönheit die Oberhand übernimmt. Ein melancholischer, von herausragenden Gitarrenakzenten lebender Mittelteil lässt weiterhin aufhorchen und ist gleichzeitig der Einstand für wohlige, den Song abschließende Instrumentalparts. Mit „Anti-Story“ hält der Folk recht zügig Einzug in eine Platte, die bisher von euphorisierendem Rock und eleganter Räudigkeit gelebt habt. Ein tröpfelndes Schlagzeug unterstützt die omnipräsente Melancholie, welche dank folkloristischem Beiwerk und einer berührenden Stimme ohne Umschweife das Herz in Watte bettet.

Seachange aus Nottingham schaffen es, die Welt dort draußen zu vereinnahmen und ihr ein funkelndes Gesicht zu geben, ohne die groben Pfade des Indie-Rock zu verlassen. Am stärksten sind sie bei den eruptiven Ausflügen in zurückhaltende Noise-Gefilde, welche durch unterschwelligen Pop von ihrer Düsterheit befreit werden. Leider erreichen die fünf Herren und die Dame mit zunehmender Spielzeit nicht immer die Klasse, welche vor allem in der ersten Hälfte der CD so begeistert. Dass jeder Song wirklich gut ist und eine größerer Fangemeinde erreichen kann, steht außer Frage – nur fällt zum Ende hin die Begeisterung etwas ab, auch wenn „Midsummer Fires“ als lang anhaltende Schöngeistigkeit im letzten Drittel noch einmal so richtig aufblüht.

Anspieltipps:

  • Annie, Taeoma
  • No Backward Glances
  • Midsummer Fires
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