The Cooper Temple Clause - Make This Your Own - Cover
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The Cooper Temple Clause Make This Your Own


  • Label: Sanctuary/Rough Trade
  • Laufzeit: 47 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Besonders mit ihrem Debüt „See This Through And Leave“ (2001) konnten die Briten von The Cooper Temple Clause überzeugen und lieferten einen Longplayer ab, der antreibende Sound-Collagen und sich festsetzende Melodien offerierte. Die Medien nahmen diese genre-technisch schwer einzuordnende Platte voller Entfaltungskraft sehr positiv auf und honorierten auch den Nachfolger „Kick Up The Fire And Let The Flames Break Loose“, obgleich der große Aufschrei ausblieb, The Cooper Temple Clause aber dennoch in den englischen Verkaufscharts längerfristig verweilten. Besonders ihre furiosen Live-Auftritte brachten vollmundiges Lob ein, das eine Tour durch die USA nach sich zog und The Cure veranlasste, sie als Support zu engagieren. Es folgten Querelen zwischen Plattenfirma und Band, so dass sich The Cooper Temple Clause quasi als Schlichtung in ihre Heimat Reading zurückzogen, an dem Drittwerk „Make This Your Own“ arbeiteten und Chris Hughes (Ex-Tears For Fears und Adam & The Ants) für einige Songs als Produzent gewinnen konnten.

Das Ergebnis zeigt eine Band, die nach Schwierigkeiten mit sich selbst und diversen Geschäftspartnern auf der Suche ist und im Selbstfindungsprozess schließlich fröhlich einen Instrumenten- und Mikrofon-Tausch vornahm. Ben Gautrey, Dan Fisher sowie Tom Bellamy wechseln sich mit dem Gesang ab und punkten durch ihre völlig unterschiedlichen, aber sich wunderbar in den Gesamtkontext fügenden Stimmen. Leider kann man das von den Songs und ihrer Ausstrahlung auf dem Longplayer nicht immer sagen. Ohne Didz Hammond (nun Dirty Pretty Things) schwanken die verbliebenen Fünf zwischen Genres und manch halbgarer bis nervender Ausarbeitung. „Take Comfort“ ist beispielsweise ein tröpfelnder Folk-Song, der Akustikgitarren als seinen Hauptbestandteil ausfindig macht und friedlich vor sich hin wabert, ohne den einst lieb gewonnenen Druck der Cooper Temple Clause auch nur ansatzweise zu vermitteln. Kürzlich als zweite Single veröffentlicht, kommt auch „Waiting Game“ nicht über das fragwürdige Prädikat „nett“ hinweg und hangelt sich durch radiotauglichen, eingängigen Emo-Pop, der für sich allein Hit-Qualitäten beansprucht, im Kontext jedoch eher Fragezeichen aufwirft.

Wunderbar eindringlicher Gesang, der sich beschwörerisch bis hin zu geschrienen Parts steigert und mit Nachdruck inszenierte Instrumental-Höhenflüge in „All I See Is You“ werten den Eindruck jedoch wieder auf und lassen den Hörer wissen, dass die Engländer immer noch fesselnde Momente des Kopfkinos bereithalten. Auch die beiden Rocker „Damage“ und „Homo Sapiens“ überzeugen vollends und graben sich mit Tempiwechseln samt sägender Gitarren einen Weg, den die Herren aus Reading beim aktuellen Werk „Make This Your Own“ viel zu selten gehen. Stattdessen machen sich kleine Enttäuschungen in Form von Harmlosigkeit breit und dämpfen die Freude über einen ansonsten guten Longplayer.

Anspieltipps:

  • Damage
  • Head
  • All I See Is You
  • House Of Cards
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