Camouflage - Relocated - Cover
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Camouflage Relocated


  • Label: SPV Records
  • Laufzeit: 53 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Was für ein großartiger Karrierestart! Ein Trio aus dem schwäbischen Kleinstädtchen Bietigheim-Bissingen, das sich direkt auf Platz eins der amerikanischen Billboard Charts platziert – und zwar mit Album („Voices & Images“) und Single („The great commandment“)! Wann hat es das schon mal gegeben? Ehrfurchtsvoll sprach die Branche von den „deutschen Depeche Mode“ und einem neuen Stern am Elektro-Pop-Himmel. Das ist jetzt fast 20 Jahre her. Doch trotz Kreativpausen und kleineren Brötchen, ist die Band noch immer ein Begriff in der deutschen Musikszene: Camouflage.

Nach einer längeren Pause feierten Marcus Meyn, Oliver Kreyssig und Heiko Maile vor drei Jahren ihr Comeback mit dem Album „Sensor“ (05/2003). Weil Album und Tour relativ gut liefen, entschloss sich die Band zum Weitermachen. Dennoch dauerte es über drei Jahre, bis Album Nummer sieben in den Läden steht. Mit neuer Plattenfirma (SPV) greifen Camouflage nochmals an und bringen „Relocated“ auf den Markt.

Dass die Vergleiche mit Depeche Mode auch heute eine Berechtigung haben, belegen Titel wie der Opener „We are lovers“, „Passing by“ oder „The pleasure remains“, die sich, stilistisch ca. Anfang/Mitte der 90er Jahre angesiedelt, an die Fersen der britischen Ausnahmemusiker hängen, also mitunter etwas düster klingen und schon mal verschämt einer Gitarre Raum lassen (gespielt von Volker Hinkel und Jörn Heilbutt). Dennoch wäre es unfair, die Band nur auf den Depeche-Mode-Vergleich zu reduzieren.

Der Camouflage-Sound ist nach all den Jahren zu einem Markenzeichen geworden, der das Trio zumindest in der deutschen Musikszene unverwechselbar macht. Diesmal haben die schwäbischen Wahl-Berliner ein eher introvertiertes Werk, das fast ganz ohne Pop-Hymnen auskommt, abgeliefert, aber dafür mit atmosphärischen Sounds nicht geizt. Das funktioniert relativ gut, selbst wenn die ganz große Spannung bei „Relocated“ nicht aufkommen mag. Dass Camouflage dennoch ein Händchen für Melodien und einprägsame Synthiesounds haben, stellt aber auch dieses Werk unter Beweis.

Anspieltipps:

  • Motif sky
  • Dreaming
  • We are lovers
  • Something wrong
  • How do you feel?
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