Mocky - Navy Brown Blues - Cover
Große Ansicht

Mocky Navy Brown Blues


  • Label: Four Music/SonyBMG
  • Laufzeit: 39 Minuten
Artikel teilen:
8/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit Mocky, der mit bürgerlichem Namen Dominic Salole heißt, präsentieren uns Four Music wieder einmal einen individuellen Künstler, der seine Musik in verschiedenen Stilen bettet und doch in erster Linie R'n'B/Soul der charismatischsten Sorte und ohne aufgesetztes Klischee für entdeckungsfreudige Musikfans bereithält. 1999 zog es Mocky von seinem Heimatland Kanada nach Europa, um seinen Freunden Gonzales und Peaches zu folgen, mit denen er vor längerer Zeit in der Band The Shit zusammenspielte und deren Song „Animal“ er auf dem neuen Album „Navy Brown Blues“ interpretiert.

Das erste Soloalbum des Mannes mit der jemenitisch/britischen Herkunft hieß „In Mesopotamia“ und wurde in den Zoos der europäischen Hauptstädte promotet. Wie Mocky bestätigte, können Affen ein extrem anspruchsvolles Publikum sein und so war es ihm vergönnt, seinen Sound weiter zu verfeinern und diese Erfahrung als künstlerischen Wert in seine Laufbahn einfließen zu lassen. Sein Hit „Sweet Music“ führte im Jahre 2004 dazu, dass Four Music den jungen Musiker unter Vertrag nahm und das Album „Are + Be“ mehr Öffentlichkeit bekam, die Mocky als Solokünstler, Songwriter, Produzent und Remixer ohne Frage verdient und als Ansporn für das aktuelle Werk „Navy Brown Blues“ mitnahm.

Dieses lebt von einer balsamierenden Leichtigkeit, welche mit jedem Hördurchlauf an Gefühl und Intensität gewinnt. „After The Rain“ leitet es mit gezupften Gitarren und munteren Percussions ein, um Song für Song durch eine Traumlandschaft zu wandern, die sich leicht entrückt und doch so persönlich dem Hörer anschmiegt. Mockys Stimme beinhaltet die gleiche Bandbreite wie die ideenreiche Instrumentierung der Navy Brown Blues Band und zeichnet sich durch soulige Wärme aus, ohne eine zielstrebige Form des Sprechgesangs auszuschließen. Beschwingt und mit dem schillernden Glanz einer Discokugel ausgestattet ist „Animal“, das sogar zeitweise die Stimmen mit einem Vocoder modifiziert und zum Tanz in der Sonne einlädt, ohne dass diese wirklich scheinen muss. Denn sonnige Songs reichen manchmal auch schon aus, um das Gefühl des Sommers zu verinnerlichen.

Besonders reizvoll wird es, wenn Gastsänger(innen) wie die Kanadierin Feist („Fightin´ Away The Tears“), Jamie Lidell („In The Meantime“) und Taylor Savvy („Elementary“) Mocky unterstützen und sich mit seiner allein schon faszinierenden Stimme vereinigen. Doch egal, welchen Song man auch herausgreift und unter die Lupe nimmt, die Sonne ist stets der Wegbegleiter durch seelenvolle Harmonie und treibende Grooves, welche komplett auf Sounds aus dem Laptop verzichten und schon dadurch wesentlich mehr Herz durchscheinen lassen, als die gesamte R'n'B-Riege aus dem Musikfernsehen-Fundus. Überhaupt ist ein Künstler wie Mocky definitiv eine Ausnahmeerscheinung, der es versteht, Lockerheit und musikalisches Können verschmelzen zu lassen und in jeder Minute dem ehrwürdigen Soul frische Energie spendet und mit ihm viele Herzen erobern wird.

Anspieltipps:

  • After The Rain
  • Fightin´ Away The Tears
  • Extended Vacation
  • Navy Brown Blues
Neue Kritiken im Genre „Soul“
Diskutiere über „Mocky“
comments powered by Disqus