Beyoncé - B´Day - Cover
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Beyoncé B´Day


  • Label: Columbia/SonyBMG
  • Laufzeit: 52 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Es müsste mit dem Teufel zugehen, wenn „B’Day“ nicht ein paar Millionen Einheiten zur Verkaufsbilanz der Vollblutmusikerin beitrüge.

Beim vorerst letzten Destiny’s-Child-Album „Destiny Fulfilled” (11/2004) war die Luft hörbar raus. Das später verkündete Ende der Mädchengruppe lag mehr als deutlich in der Luft und wunderte niemanden mehr. Die Songs des vermeintlichen Abschiedsalbums waren eine erschreckend langweilige Angelegenheit, die einem Offenbarungseid glich. Vermutungen lagen nahe, dass die besseren Kompositionen wohlweißlich für das zweite Soloalbum von Beyoncé Knowles zurückgehalten wurden. Diese hatte sich nämlich mit ihrem Debüt „Dangerously In Love“ (07/2003) als eigenständige Künstlerin etabliert, die den Rückhalt einer Band nicht mehr brauchte. Der Lohn waren elf Millionen verkaufte Einheiten und fünf Grammy-Auszeichnungen. Ein Ergebnis, das die Soloalben ihrer Kolleginnen Michelle und Kelly künstlerisch und kommerziell pulverisiert.

Drei Jahre nach ihrem Debüt legt die vielbeschäftigte 25-Jährige ihren zweiten Streich vor. „B’Day“ heißt das Album, weil es in den USA am 4. September erscheint, dem Geburtstag von Frau Knowles. Damit wird ihr Birthday sogleich zum „Beyoncé Day“ umfunktioniert – also kurz: „B’Day“. Zelebriert wird dieser Feiertag mit elf neuen Songs, die der Diva perfekt auf den Luxuskörper geschrieben worden sind. Das musikalische Zuhause ist dabei immer noch eine rassige Mischung aus Funk, Soul, R&B und HipHop.

Am aufregendsten ist dieser Cocktail immer dann, wenn Beyoncés Lebensgefährte, der Rapper Jay-Z, ins Spiel kommt und seine charismatischen Raps vom Stapel lässt („Upgrade u“). Ebenso spannend ist es, wenn die Künstlerin Mut beweist und die ausgetrampelten Pfade der modernen Black Music verlässt. Also wenn sie sich an alten Motown-Scheiben orientiert, fetzige Bläser und scheinbar altmodische Beat zulässt („Deja vu“, „Suga mama“). Dann mutiert Beyoncé zu einer aufregenden Tina Turner oder Aretha Franklin der Neuzeit. Doch das passiert leider (noch) viel zu selten. So bekommt der Hörer die übliche, hochwertige R&B-Bedienung aus dem Hause Knowles, die aber mehr Feuer im Hintern hat, als z.B. eine Stacie Orrico auf ihrer neuen CD.

Wie geschickt Executive Producer Mathew Knowles die Karriere seiner Tochter plant, zeigt sich übrigens auch wieder auf diesem Album. So sticht das Lied „Irreplaceable“ so auffällig aus den sonstigen Stücken heraus, dass man kaum seinen Ohren traut. Hier war mit Mikkel S. Eriksen, Tor Erik Hermansen, Anders Björklund und Espen Lind ein komplett anderes Songwritingteam am Start, das den hörbaren Auftrag hatte, eine Single für den europäischen Markt zu schreiben. Und das ist den Herren eindrucksvoll gelungen. „Irreplaceable“ ist ein gnadenlos eingängiger Popsong, der auf Hit geeicht ist. Es müsste also schon mit dem Teufel zugehen, wenn „B’Day“ nicht ein paar Millionen Einheiten zur Verkaufsbilanz der Vollblutmusikerin beitrüge.

Anspieltipps:

  • Deja vu
  • Upgrade u
  • Suga mama
  • Irreplaceable
  • Freakum dress
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