Justine Electra - Soft Rock - Cover
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Justine Electra Soft Rock


  • Label: City Slang
  • Laufzeit: 44 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Justine Electra macht weder eindeutig erkennbaren Rock, noch eingängigen Pop.

„Justine Electra? Nie gehört!“ – Okay, das macht auch nichts, denn die in Berlin lebende Australierin bringt dieser Tage erst ihr Debütalbum „Soft Rock“ in die Läden. Muss man also nicht kennen, die Dame. Aber das könnte sich schon bald ändern. Es sieht nämlich ganz danach aus, als hätte die schreibende Kritikerzunft einen neuen Liebling entdeckt.

Vor fünf Jahren zog Justine von Melbourne nach Berlin, wo sie sich als Techno-DJ und Songschreiberin durchschlug und ihre Kunst in irgendwelchen kleinen Klitschen aufführte. Bei einen dieser Gigs traf sie auf den Chef des Berliner City Slang Labels, dem sie ein Demo Tape von sich zusteckte. Dieser nahm Frau Electra unter Vertrag und schwups, hier ist es, das Debütalbum von Justine Electra.

„Soft Rock“ ist keine Platte für jedermann. Denn Justine Electra macht weder eindeutig erkennbaren Rock, noch eingängigen Pop. Sie platziert sich streng auf LoFi gebürstet mit einer Art verspieltem Elektro-Folk, der mehr nach Heimaufnahme, als nach Studio klingt. Da klingelt im Hintergrund schon mal ein Telefon („Calimba song“) oder wird ein Klassiker wie „Autum leaves“ total durch den Wolf gedreht und in ein dissonantes Etwas verwandelt. Man hört schrägen Backgroundgesang zu knurrenden Elektrosounds („Killalady“), da wird ein schlurfiger Blues mit zarten HipHop-Beats durchzogen („Blues + Reds“) oder ein holpriges Kinderlied auf dem Klavier dargeboten, das Justine bereits mit acht Jahren schrieb („Mom + Dad + Me + Mom“).

Zu knatternden Kinderspielzeugpistolen wird der „President“ angemacht („His balls were hard and his dick was long“), in „Railroad baby“ fährt natürlich ein quietschender Zug in den Bahnhof ein und zu einer Akustikgitarre mit leicht asiatischem Einschlag wird eine Ode an „My best friend“ gesandt. Das ist alles ziemlich ungewöhnlich und mächtig schräg. Und deshalb wird es wohl von den gelangweilten Kritikern etwas zu sehr abgefeiert. Aber keine Sorge, es ist bei weitem nicht so, dass man das nächste Weltwunder verpasst, würde man „Soft Rock“ links liegen lassen.

Anspieltipps:

  • Sandman
  • President
  • Fancy robots
  • Railroad baby
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