36 Crazyfists - Rest Inside The Flames - Cover
Große Ansicht

36 Crazyfists Rest Inside The Flames


  • Label: Roadrunner/Universal
  • Laufzeit: 40 Minuten
Artikel teilen:
8/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Das letzte Mal tiefgefroren, vereist, erkaltet: Legen uns 36 Crazyfists mit „Rest inside the flames“ nun das komplementäre Werk zu „A snow capped romance“ vor? Um das gleich zu Beginn zu klären: Der Vorgänger, der vor zwei Jahren erschienen ist, zeigte auf dem Cover ein Herz, das allem Anschein nach einige Zeit im Tiefkühler verbracht hat und langsam aber sicher aufzutauen beginnt. Jetzt, 2006, ist es anscheinend nicht nur aufgetaut, sondern hat sich, der langen Zeit der eisigen Kälte zum Trotz, angezündet und lodert munter vor sich hin. Parallelen zum Inhalt der beiden Alben zu ziehen wäre von dieser Seite aus betrachtet kein fruchtloses Unterfangen, denn in der Tat klingen 36 Crazyfists auf Werk Nummer 3 (über das 1997 veröffentlichte „In the skin“ gibt es dermaßen wenig Informationen, dass es fast gar nicht zur offiziellen Diskographie gehört) emotionsgeladener, hitziger und schroffer, selbst wenn „A snow capped romance“ schon sehr wütend um sich schlug.

Manchmal wirkte der Output aus 2004 nämlich phasenweise unentschlossen in der Richtung (Rock, Metal, Pop) in die er gehen wollte, obwohl vorzügliches Riffing („Kenai“), fabelhafte Ideen („With nothing underneath“) und bitterböse Szenarien („Waterhaul“) mitunter das Geschehen dominierten. Auf „Rest inside the flames“ scheinen die vier Jungs Brock Lindow (Gesang), Steve Holt (Gitarre), Mick Whitney (Bass) und Thomas Noonan (Schlagzeug) aus Anchorage, der einwohnerstärksten Stadt im kalten, amerikanischen Bundesstaat Alaska, ihren Weg gefunden bzw. ihre genreübergreifende Definition abgelegt zu haben, die sich nun im Unterbau größtenteils im Metal bewegt, Einflüsse von Emo-Pop aber nicht ablehnt, diese sogar begrüßt, als Gegenpol zum markigen Gesang von Lindow.

Juneau, unter anderem die Hauptstadt von Alaska, die gleichzeitig als Titel für einen Track (auf „Casually dressed and deep in conversation“) der walisischen Emocore-Band Funeral For A Friend herhalten musste, lässt den Kreis schließen, denn 36 Crazyfists orientieren sich, was die Herangehensweise an einen Song und dessen Aufbau betrifft, bei Bands dieses Genres, versuchen allerdings nicht diese zu kopieren oder imitieren, sondern ihr eigenes Süppchen im Emo-Kochtopf anzurichten und das Ganze mit frische Zutaten zuzubereiten. Gastauftritte von Killswitch Engage Frontmann Howard Jones in „Elysium“ oder Jonah Jenkins, Sänger der Metal-Punkrocker von Milligram, in „We cannot deny“ schmecken „Rest inside the flames“ zusätzlich ab.

So wurde ein abwechslungsreiches, drittes Album geschaffen, dass über die gesamte Dauer vor Ideen strotzt, immer wieder neue Harmonien und detailverliebte Passagen aufwirft, die es zu entdecken gilt und nicht nur Sänger und Shouter Brock Lindow in ausgezeichneter Verfassung zeigt, sondern auch die Instrumente durch eine astreine Produktion an den richtigen Stellen hervorhebt und somit zugleich eine elegische Atmosphäre schafft (allein das letzte Stück „The city ignites“, das den zaghaften Gegenpol zu „Midnight swim“ mit gleichem Text darstellt, sei hier erwähnt), die zuletzt auf bereits erwähntem „Casually dressed and deep in conversation“ von Funeral For A Friend oder „Three cheers for sweet revenge“ von My Chemical Romance zu hören war.

Anspieltipps:

  • Midnight Swim
  • The City Ignites
  • On Any Given Night
  • Will Pull This In By Hand
  • Felt Through A Phone Line
Neue Kritiken im Genre „Metalcore“
5/10

Ember To Inferno: Ab Initio
  • 2016    
6/10

Silence In The Snow
  • 2015    
Diskutiere über „36 Crazyfists“
comments powered by Disqus